„Privileg“: Was Stefan Kutschke derzeit bei Dynamo macht – und wie seine Zukunft aussieht
Dresden – Während des Trainingslagers in Windischgarsten war Stefan Kutschke häufig am Spielfeldrand zu sehen. Dabei zuckte immer wieder sein Bein, der Wunsch mitzuspielen war spürbar. „Auf jeden Fall, sonst würde ich nicht ehrlich sein“, gesteht der 37-Jährige. „Bei den Spielen schon, beim Laufen nicht“, fügt er mit einem Lachen hinzu. Seine jetzige Rolle hat sich allerdings verändert.
Bei Dynamo absolviert „Kutsche“ aktuell ein Trainee-Programm und bekommt Einblicke in diverse Abteilungen. Zu Beginn der Vorbereitung und im Trainingslager stand er stets an der Seite von Teammanager Martin Börner (44).
„Das ist wirklich eine 24-Stunden-Schicht, so eine Intensität kennt man als Spieler nicht“, erklärt er. „Man nimmt das auch manchmal mit nach Hause. Meine Frau hat mir schon öfter beim Abendessen gesagt, ich solle doch mal das Handy aus der Hand legen“, lacht Kutschke.
Seit eineinhalb Jahren studiert der ehemalige Stürmer an einer Fernhochschule in der Schweiz Sportmanagement, was viel Zeit in Anspruch nimmt. Der Verein ermöglicht ihm einen reibungslosen Übergang in den Berufsalltag – ein echtes Privileg, das nicht jeder hat.
Ein Privileg? „In diesem Jahr auf jeden Fall“, bestätigt er ohne Zögern. „Viele Abläufe kannte ich zwar bereits aus der Spielerperspektive, aber so habe ich sie noch nie gesehen. Jetzt erkenne ich, welche komplexe Maschinerie hinter Testspielen, Trainingslagern und anderen organisatorischen Abläufen steckt. Das zu erleben, empfinde ich als Privileg.“
Die Mitarbeit bei Börner ist nur eine von mehreren Stationen. Kutschke durchläuft noch weitere Bereiche: „Ich lerne viel über die Teamorganisation und nehme einiges mit. Außerdem schaue ich im Nachwuchsbereich vorbei, in der Medienabteilung und im Scouting. Mit Sportgeschäftsführer Sören Gonther bespreche ich vertragliche Themen.“
„Ich darf bei der Spieltagsorganisation hospitieren und erleben, was alles an einem Spieltag dazu gehört. Außerdem werde ich an Sicherheitskonferenzen teilnehmen. All das bereitet mich auf mögliche zukünftige Aufgaben vor. Nach dem Jahr werde ich für mich auswerten, was davon zu mir passt“, beschreibt er seine Perspektiven.
Im Frühjahr 2027 plant er ein Gespräch mit den Verantwortlichen: „Dann werden wir gemeinsam eine Lösung finden und besprechen, wo meine Stärken liegen und wo nicht.“ Klar ist: Er möchte dem Verein erhalten bleiben.
Im neuen Teamgefüge will er sich allerdings bewusst zurückhalten. Auch im Trainingslager war das spürbar – wann immer Kutschke auftauchte, versammelten sich viele um ihn. „Ich habe immer gesagt, der Fokus soll jetzt auf der Mannschaft liegen. Das ehrt mich, aber ich versuche, mich eher im Hintergrund zu bewegen. Es werden auch neue Leute dazukommen, die diese Aufgaben übernehmen. Das wünsche ich mir sehr.“