St.-Pauli-Coach Marcel Rapp trifft auf seinen Jugendverein: „Ein ganz besonderes Spiel“
Hamburg – Für St.-Pauli-Trainer Marcel Rapp (47) hat das anstehende Duell am Sonntag (13.30 Uhr) gegen den Karlsruher SC eine ganz besondere Bedeutung. Die Begegnung ist für ihn eine Rückkehr zu seinen fußballerischen Wurzeln: Beim KSC stand er nicht nur als Fan und Balljunge am Spielfeldrand, sondern absolvierte auch acht seiner insgesamt neun Zweitligaeinsätze für die Badener.
„Das ist meine Heimat, dort bin ich aufgewachsen und habe mein fußballerisches Fundament erhalten“, erklärte der gebürtige Pforzheimer am Freitag während der Pressekonferenz. Er verriet zudem, dass er für die Partie am Sonntag deutlich mehr Anfragen für Tickets bekommen habe als sonst.
Mit der Zeit sei der Bezug zum KSC zwar etwas schwächer geworden, so Rapp. „Dennoch zählt dieses Spiel für mich zu den besonderen Begegnungen. Gemeinsam mit Holstein Kiel ist der KSC der Verein, mit dem ich mich am meisten verbunden fühle.“
In Karlsruhe wurde Rapp schließlich Profi: Unter der Führung von Joachim Löw (66) feierte er im Dezember 1999 sein Debüt in der 2. Liga. „Es ist etwas ganz Besonderes, das erste Profi-Spiel bei dem Klub zu absolvieren, bei dem man als Jugendlicher groß geworden ist“, gestand er.
Mittlerweile trifft er als Trainer von St. Pauli auf seine frühere fußballerische Heimat. „Sie haben eine Mannschaft, die aggressiv pressen möchte und im Ballbesitz kreativ agiert“, beschrieb Rapp den Gegner.
Trotzdem rechnet er auch mit Phasen, in denen sein Team mehr Ballbesitz haben wird. „Wir brauchen beides: schnelles Umschaltspiel und kontrolliertes Passspiel“, erläuterte der FCSP-Coach.
Für das schnelle Spiel nach Ballgewinnen bietet sich besonders Ricky-Jade Jones (23) an. Der flinke Angreifer erzielte nicht nur im Testspiel gegen Gladbach ein Tor, sondern überzeugte auch in der Talent Series gegen Dynamo Dresden (4:2) mit zwei Treffern.
„Er hatte in den letzten zwei Wochen nicht seine besten Phasen, arbeitet aber unermüdlich weiter und bleibt dran. Nun zeigt er, was in ihm steckt“, hob Rapp hervor. „Für einen Trainer ist das die beste Empfehlung. Ich freue mich sehr, dass er sich in so guter Form befindet.“
Ob Jones seine Leistung am Sonntag erneut abrufen kann, bleibt abzuwarten. Besonders im Offensivbereich präsentiert sich das Team der Kiezkicker aktuell stark aufgestellt.