St.-Pauli-Profi Rasmussen lüftet das Geheimnis hinter Stavanger-Rüpel Tripic: „Er kennt alle Kniffe“
Hamburg – Zlatko Tripic (33) sorgt seit Dienstagabend für Gesprächsstoff! Der Spieler von Viking Stavanger reizte Michael Olise (24) im Champions-League-Duell gegen Bayern München so lange, bis dieser ihm einen Ball ins Gesicht warf und vom Platz gestellt wurde. Mathias Rasmussen (28), Profi bei St. Pauli, kennt den Provokateur bestens – beide stammen aus der kleinen norwegischen Gemeinde Lyngdal.
Das Spiel selbst hatte Rasmussen allerdings nicht verfolgt, wie er zugab. „Ich habe mit meiner Frau eine Serie geschaut“, berichtete er am Mittwochmittag nach dem Training bei einer Presserunde. „Die Ergebnisse habe ich aber mitbekommen und heute Morgen die besten Szenen gesehen.“
Selbstverständlich kam auch das Spiel zwischen Stavanger und Bayern sowie der Streit zwischen Tripic und Olise zur Sprache. „Abseits des Spielfelds ist er ein wirklich guter Mensch, aber auf dem Platz kennt er jede Masche“, verriet Rasmussen. Er wusste, dass nicht jeder mit der Spielweise des offensiven Mittelfeldspielers klarkommt. „Doch wenn er in deinem Team steht, schätzt du ihn sehr.“
Ein Austausch zwischen den beiden Lyngdal-Boys hat bisher noch nicht stattgefunden. „Ich werde mit ihm darüber sprechen, sobald wir uns treffen“, versprach der Kiezkicker, der nicht nur über das Unentschieden von Stavanger zufrieden war, sondern auch optimistisch auf die Entwicklung des norwegischen Fußballs blickt.
Besonders hob Rasmussen Bodo Glimt als Vorreiter hervor. „Die anderen Mannschaften orientieren sich an ihnen, das macht es leichter“, erklärte der 28-Jährige und freute sich über den starken Auftritt seiner Landsleute in dieser Saison.
Ähnliches gilt mittlerweile auch für den FC St. Pauli in der 2. Bundesliga. Nach einem holprigen Start hat sich das Team stabilisiert, ist seit vier Spielen ungeschlagen und zeigt eine aufsteigende Form.
„Wir haben einen neuen Trainer und eine veränderte Spielweise. Unsere Weiterentwicklung ist deutlich sichtbar, vor allem defensiv sind wir schon sehr stark. Das ist die Grundlage“, nannte Rasmussen einen der Gründe für den Aufschwung. Außerdem klappt das Zusammenspiel mit seinen Kollegen im Mittelfeld immer besser.
Am Samstag steht im Zweitliga-Topspiel bei Hannover 96 der erste Auswärtssieg der Saison auf dem Plan. Besonders in Kiel war St. Pauli kurz davor, musste aber nach einer 2:0-Führung noch einen Punktverlust hinnehmen. „Das Ergebnis war enttäuschend und hat mich geärgert“, gestand Rasmussen. „Aber wir sind auf dem richtigen Weg und wollen am Samstag endlich wieder gewinnen.“
Vielleicht gelingt ihm dann auch sein erster Treffer für die Braun-Weißen. „Ich hatte schon einige gute Chancen, konnte sie aber nicht nutzen. Es wird langsam Zeit“, zeigte er sich zuversichtlich.