St.-Pauli-Blog: Pech für den Kiezklub – Neuzugang verletzt sich und benötigt eine Operation
Hamburg – Nach zwei Jahren in der Bundesliga ist der FC St. Pauli am Sonntag mit einem 1:1-Unentschieden gegen Greuther Fürth in die neue Zweitliga-Saison gestartet.
In unserem St.-Pauli-Blog halten wir euch über alle aktuellen Entwicklungen rund um die Mannschaft, mögliche Transfers und Neuigkeiten direkt aus dem Millerntor-Stadion auf dem Laufenden.
Der FC St. Pauli muss vorerst auf den ausgeliehenen Neuzugang Gísli Thórdarson verzichten. Der 21-Jährige zog sich eine schwere Oberschenkelverletzung zu, weshalb eine Operation notwendig ist.
Diese Nachricht gab der Verein am Dienstagnachmittag bekannt. Angaben zur voraussichtlichen Ausfallzeit des Isländers wurden von den Hamburgern nicht gemacht.
Thórdarson hatte sich im Abschlusstraining vor dem ersten Saisonspiel gegen Greuther Fürth verletzt. In Absprache mit seinem Stammverein Lech Posen aus Polen wurde eine Operation beschlossen, die für Mittwoch angesetzt ist.
Der defensive Mittelfeldspieler war erst kürzlich als Neuzugang vom Bundesliga-Absteiger aus Hamburg vorgestellt worden.
Beim Spiel gegen Greuther Fürth am vergangenen Sonntag (1:1) war Ben Voll der klare Matchwinner. Der Torhüter entschärfte mehrere hochkarätige Chancen der Gäste und sicherte seinem Team so zumindest den Punktgewinn.
Nach der Partie lobte Martijn Kaars den 25-Jährigen sogar als besten Torwart der Liga – und das bereits nach nur einem Spiel. Mathias Rasmussen ging noch weiter und sprach von „Weltklasse“. Voll nahm die Anerkennung zwar dankbar an, blieb jedoch bescheiden: „Ich möchte erst noch einige Spiele bestreiten. Es freut mich einfach, dass ich gut in die Saison gestartet bin und der Mannschaft helfen konnte“, erklärte er am Montag.
Als Hauptantrieb für seinen gelungenen Start nannte Voll die Atmosphäre am Millerntor: „Die Vorfreude war enorm. Die Stimmung gibt mir viel Kraft, die Fans haben mich richtig mitgezogen.“
Zum ersten Mal lief David Nemeth am Sonntag als Kapitän für den FC St. Pauli auf. Nach dem 1:1 gegen Greuther Fürth zeigte sich der 25-Jährige zufrieden mit dem Auftakt, machte aber auch auf Verbesserungsmöglichkeiten aufmerksam.
Besonders stolz sei es für ihn, die Kapitänsbinde des Kiezklubs tragen zu dürfen, betonte Nemeth. „Es ist etwas Besonderes, bei so einem Verein als Kapitän zu fungieren. Trotzdem bedeutet das harte Arbeit und die ständige Herausforderung, sich zu beweisen. Ich versuche, mit einer positiven Einstellung der Mannschaft zu helfen.“
Seine erste Einschätzung als Führungsspieler lautete: „Vor allem in der Restverteidigung müssen wir uns steigern. Die Gegner wurden durch Balleroberungen hinter unsere Abwehrkette gefährlich. Das gilt es unbedingt zu verhindern. Insgesamt haben wir aber gut gekämpft.“
Die nächste Verstärkung ist offiziell: FC St. Pauli hat den defensiven Mittelfeldspieler Gísli Thórdarson (21) verpflichtet, wie die Kiezkicker am Freitag bekanntgaben.
Der isländische Nationalspieler kommt auf Leihbasis vom polnischen Erstligisten Lech Posen zum Millerntor. Laut Verein besteht zudem eine Kaufoption.
Sportchef Andreas Bornemann (54) erläuterte: „Gísli verfügt bereits in jungen Jahren über internationale Erfahrung. Er ist ein physisch starker Mittelfeldspieler, der Räume intelligent erkennt und sowohl mit als auch gegen den Ball strukturiert agiert. Darüber hinaus sehen wir bei ihm noch Entwicklungspotenzial.“
Thórdarson selbst äußerte: „Ich freue mich sehr auf den FC St. Pauli und die neue Herausforderung in Deutschland. Die Gespräche mit den Verantwortlichen waren überzeugend. Außerdem habe ich mich bei Spielern, die in Deutschland aktiv waren, über den Club informiert und sehr positive Eindrücke hinsichtlich des Vereins und der Atmosphäre im Stadion erhalten.“
Mit bewegenden Worten verabschiedete sich Jackson Irvine (33) am Freitag persönlich von St. Pauli, seiner Zeit in Hamburg und den Fans.
„Ich werde nie in Worte fassen können, was diese Jahre für mich und uns bedeutet haben“, begann der ehemalige Kapitän seine Abschiedsbotschaft auf Instagram. Neben der Zeit beim Kiezklub schätzte der Australier auch das Leben im Stadtteil besonders: „Danke an Freunde und alle Menschen, die uns hier in jeder Hinsicht willkommen geheißen haben.“
Er blickte zurück: „Ob die Musik bei Molotow, Mojo oder die Festivals bei Knust, auf der Reeperbahn und im Dockville, Hähnchen vom Mini-Grill, Pizza von Tazzi oder Bier bei Schnalke – das war das echte Leben!“ Der Kiez werde immer ein Teil seines Lebens bleiben, schloss er. „Danke an alle, die mich als Teil von sich aufgenommen haben.“
Jetzt ist es offiziell: „Defensivspieler David Nemeth (25) wird in der Saison 2026/27 die Mannschaft als Kapitän anführen“, verkündete der FC St. Pauli am Donnerstagvormittag.
Der Österreicher wechselte vor fünf Jahren vom 1. FSV Mainz 05 zum Millerntor.
Seine Stellvertreter sind zwei Neuzugänge: Abwehrspieler Marcus Mathisen (30), der vom 1. FC Magdeburg kam, sowie Offensiv-Allrounder Branimir Hrgota (33), zuletzt bei Greuther Fürth aktiv. Am Donnerstag wurde zudem bekannt, dass Jackson Irvine zum japanischen Erstligisten Cerezo Osaka wechselt.
Was bedeutet das für die Mannschaft? Irvine fehlte am Dienstag beim Training an der Kollaustraße.
Auf Nachfrage erklärten sowohl Verein als auch Trainer Marcel Rapp, dass der Australier derzeit individuell außerhalb der Mannschaftseinheiten trainiert.
Das erste Pflichtspiel der Saison gegen Greuther Fürth steht kurz bevor, die Kapitänsfrage ist bisher noch offen. Es bleibt abzuwarten, ob Irvine in seine frühere Rolle zurückkehrt oder Rapp einen neuen Führungsspieler bestimmt.
Ein herber Rückschlag: Rawley St. John (21) wird dem FC St. Pauli vorerst nicht zur Verfügung stehen, teilte der Verein am Montag mit.
Der Australier hat sich beim Testspiel gegen Deportivo am Samstag eine Meniskusverletzung im rechten Knie zugezogen.
Der Ausfall könnte mehrere Wochen bis möglicherweise noch länger dauern.
Das Freundschaftsspiel gegen Deportivo A Coruña endete am Samstagabend mit einem 2:2. Ein sehenswertes Tor erzielte Martijn Kaars.
Der Stürmer bezeichnete diesen Treffer als sein Spiel-Highlight. Auch die Entstehung des Tores war beeindruckend: Nach einem Pass von Joel Fujita kombinierten sich Branimir Hrgota und Kaars gekonnt durch die Abwehr, wodurch der Niederländer frei zum Abschluss kam.
Unter Trainer Marcel Rapp zeigt der FC St. Pauli generell eine offensivere Spielweise, was Kaars entgegenkommt: „Das macht es einfacher, Tore zu erzielen.“
Es war bereits sein zweites Tor aus der Distanz in der laufenden Vorbereitung. Am Samstag traf er aus etwa 19 Metern in den rechten Winkel. In Magdeburg erzielte er dagegen meist Tore aus dem Strafraum, erklärte er. Der Grund für seine neue Torgefahr: In Hamburg spielt er häufiger als offensiver Mittelfeldspieler. Seine neue Devise lautet daher: „20 Meter oder näher am Tor? Immer schießen!“
Auch sein Trainer zeigte sich erfreut: „Er hat einen guten Abschluss. Wenn er frei zum Schuss kommt, darf man ruhig schon mal aufspringen und jubeln.“
Transfer-News von den Kiezkickern: Kurz vor Saisonbeginn verstärkte sich der FC St. Pauli noch einmal. Rechtsverteidiger Rony Jansson (22) wechselt vom schwedischen Erstligisten Kalmar FF nach Hamburg.
Der gebürtige Finne wurde bei Kalmar ausgebildet und schaffte den Sprung in die Profimannschaft, für die er 69 Spiele absolvierte. Im Juni gab Jansson zudem sein Debüt in der finnischen A-Nationalmannschaft.
Sportdirektor Andreas Bornemann lobte: „Rony ist dynamisch und sehr präsent im Umschaltspiel. Da die Saison in Schweden bereits läuft, bringt er eine hervorragende körperliche Verfassung mit und kann sofort voll einsteigen.“
Cheftrainer Marcel Rapp ergänzt: „Rony hat sehr gute körperliche Voraussetzungen und erledigt seine defensiven Aufgaben zuverlässig. Mit seiner Schnelligkeit und der Qualität seiner Flanken ist er auch offensiv eine Gefahr, bringt sich durch sein gutes Timing immer wieder in aussichtsreiche Positionen.“
Am späten Montagabend verkündete der St.-Pauli-Kapitän auf Instagram eine freudige Nachricht: Gemeinsam mit seiner Frau teilte er ein Foto mit Ultraschallbild und Babybauch.
Die kurze Botschaft lautete schlicht „Oh, Baby!“. Zahlreiche Glückwünsche folgten in den Kommentaren.
Irvine, der aufgrund der Weltmeisterschaft zuletzt noch Urlaub hatte, wird in den kommenden Tagen wieder ins Mannschaftstraining einsteigen. Ob er weiterhin als Kapitän fungiert, bleibt offen.
Der FC St. Pauli verliert einen Verteidiger, der in Deutschland bleibt: Nach seinem Abschied vom Kiezklub hat Karol Mets (33) einen neuen Verein gefunden und wird künftig für den VfL Bochum in der 2. Bundesliga spielen.
VfL-Sportdirektor Simon Zoller (35), der mit Mets beim FC St. Pauli zusammenspielte, lobte: „Mit ihm verpflichten wir einen echten Führungsspieler, der unserer Abwehr sofort Stabilität verleiht. Karol bringt viel internationale Erfahrung sowie die Qualität, Ruhe und Mentalität mit, die wir uns für diese Position wünschen.“
Der Verteidiger selbst zeigte sich motiviert: „Simon Zoller hat mir viel Positives über den VfL erzählt. Das Stadion gefällt mir: kompakt und nah an den Fans. Ich freue mich auf die Spiele hier. Vorher heißt es aber, hart zu arbeiten, denn die 2. Bundesliga ist ein harter Wettbewerb.“ Beim VfL trifft Mets auch auf seinen Ex-Klub.
Fans können ihre Termine planen: Die DFL hat am Mittwoch Spieltage 3 bis 6 der 2. Bundesliga zeitgenau angesetzt. Unter anderem empfängt St. Pauli am Samstagabend den VfL Wolfsburg zum Spitzenspiel.
Darüber hinaus müssen die Kiezkicker noch zweimal sonntags nachmittags antreten sowie ein weiteres Mal am Abend.
Hier die Übersicht der Ansetzungen:
Ein neuer Abschnitt im Leben eines Torwarts: Nach seiner Zeit bei St. Pauli scheint Nikola Vasilj (30) einen neuen Klub gefunden zu haben. Medienberichten zufolge wechselt der bosnische Nationaltorwart zu Al Diriyah in Saudi-Arabien.
Demnach hat Vasilj bereits den Medizincheck bestanden und einen Vertrag über zwei Jahre unterschrieben.
In fünf Jahren absolvierte der Schlussmann 167 Pflichtspiele für die Kiezkicker. 2024 stieg er mit dem Team in die Bundesliga auf, im vergangenen Jahr erfolgte wieder der Abstieg. Anschließend gab er seinen Abschied bekannt.
Das nächste Testspiel ist terminiert: Am 19. Juli tritt der FC St. Pauli im Rahmen des Trainingslagers in Flachau gegen den kroatischen Erstligisten HNK Gorica an.
Die Begegnung im Gartengestaltung Winkelhofer Stadion in Grödig wird um 16 Uhr angepfiffen, teilten die Kiezkicker am Freitag mit.
In Österreich bestreiten die Braun-Weißen somit zwei Testspiele. Das zweite findet am 24. Juli gegen den AFC Bournemouth statt.
Neuzugang bei St. Pauli: Der schwedische Offensivspieler Branimir Hrgota (33) verstärkt die Mannschaft zur neuen Saison.
Der gebürtige Bosnier war zuletzt vereinslos und wechselt ablösefrei zum Millerntor. Hrgota blickt auf 14 Jahre Erfahrung im deutschen Profifußball zurück. 2012 kam er zur Bundesliga zu Borussia Mönchengladbach, wechselte vier Jahre später zu Eintracht Frankfurt und 2019 zur Spielvereinigung Greuther Fürth, wo er sechs von sieben Saisons als Kapitän fungierte.
Sportchef Andreas Bornemann zeigt sich erfreut über die Verpflichtung eines flexiblen Spielers, der die Offensivoptionen des FC St. Pauli erweitert. Hrgota, der bereits häufig als Gast am Millerntor war, freut sich ebenfalls auf seine neue Herausforderung in Hamburg.
Trainer Marcel Rapp ist überzeugt: „Branimir weiß genau, worauf es in dieser Liga ankommt. Er ist ein sehr intelligenter Spieler, der Räume erkennt und auch unter Druck immer wieder Lösungen findet – sei es mit einem Abschluss oder durch das Einsetzen seiner Mitspieler. Zudem ist er bei Standardsituationen sehr gefährlich.“
Schnell gestartet: Der FC St. Pauli beginnt die neue Zweitliga-Saison mit einer kurzen Vorbereitungsphase. Am Dienstag veröffentlichte die DFL die genauen Anstoßzeiten der ersten beiden Spieltage.
Den Auftakt bestreiten die Kiezkicker am Sonntag, 9. August, um 13:30 Uhr mit einem Heimspiel gegen die SpVgg Greuther Fürth. Nur fünf Tage später, am Freitag, 14. August, folgt das Auswärtsspiel bei Holstein Kiel um 18:30 Uhr.
Die Ansetzungen für die Spieltage 3 bis 6 werden laut DFL in der kommenden Woche bekanntgegeben.
Tabelle der 2. Bundesliga
Die Bedeutung der Tabelle in der 2. Bundesliga ist klar: Wer am Saisonende Platz 1 belegt, wird Meister und steigt direkt in die Bundesliga auf. Das gilt auch für den Zweitplatzierten. Der Drittplatzierte spielt in der Relegation gegen den Drittletzten der Bundesliga um den Aufstieg beziehungsweise den Verbleib in der höchsten deutschen Spielklasse.