Schwere neurologische Ausfälle: Ski-Star ringt mit gravierenden Folgen einer Virusinfektion
Altenmarkt (Österreich) – Mitte September begann nach einer Virusinfektion ein großes Rätselraten um den Gesundheitszustand der Ski-Alpin-Hoffnung Sofia Goggia (33). Nun hat die Italienerin ein besorgniserregendes Update zu ihrem Gesundheitszustand gegeben.
Im Rahmen des „Atomic Media Days“ in Altenmarkt berichtete die Olympiasiegerin von 2018 im Abfahrtslauf, dass sie nicht nur den Saisonauftakt verpassen wird, sondern nach wie vor mit den Auswirkungen zweier Virusinfektionen zu kämpfen hat.
Zunächst hatte sie sich im Trainingslager im argentinischen Ushuaia mit dem Chikungunya-Virus infiziert, das durch einen Mückenstich übertragen wird. Kurz darauf folgte eine Infektion mit dem Parvovirus B19, das normalerweise vor allem Kinder betrifft, aber auch Erwachsene infizieren kann und neben extremer Erschöpfung auch neurologische Symptome hervorrufen kann.
Bei Sofia Goggia traten diese neurologischen Beschwerden besonders stark auf. „Als ich anfing, unter schweren neurologischen Problemen zu leiden, wurde mir klar, dass etwas nicht stimmt. Die starken Schmerzen, die ich in Ushuaia ohne besondere Belastung verspürte, waren kaum zu ertragen“, erklärte sie gegenüber Sport1.
Doch die Situation verschärfte sich noch: „Nach meiner Rückkehr nach Italien hatte ich das Gefühl, die Fähigkeit verloren zu haben, Italienisch zu sprechen. Zudem konnte ich mich nur langsam bewegen und mein ganzer Körper zitterte, was mich auch abseits des Skisports sehr beunruhigte“, gestand die Athletin.
Inzwischen befindet sich Goggia jedoch auf dem Weg der Genesung. Die erste Weltcup-Station am 24. Oktober in Sölden ist für die Speed-Spezialistin noch zu früh, doch bald möchte sie wieder auf den Skiern stehen und die Pisten hinunterfahren.
„Ich bin auf dem Weg der Besserung, aber ob ich Skifahren kann, hängt davon ab, wie ich mich fühle. Mein Arzt hat mir gesagt, dass es gute und schlechte Tage geben wird. Deshalb werde ich versuchen, diese Achterbahnfahrt zu meistern. Alles in allem geht es aber bergauf“, erklärte sie.
Sofia Goggia ist eine Kämpferin und musste in ihrer Karriere bereits viele Verletzungen verkraften. So erlitt sie 2022 einen Teilriss des Kreuzbandes, brach sich im Dezember 2022 die Hand und 2024 das Schienbein.
Bei diesen Verletzungen konnte die Italienerin ungefähr abschätzen, wie lange die Rehabilitation dauern würde. Dieses Mal ist sie darauf angewiesen, wie schnell ihr Körper die Viren bekämpft.
Geduld ist also gefragt, bevor die 33-Jährige aus Bergamo wieder im Rennanzug auf den Pisten zu sehen sein wird.