Auch er kämpft mit Epilepsie: Deutscher Olympiasieger gibt Musiala Zuversicht
München – Nachdem Jamal Musiala (23) zweimal während eines Spiels zusammengebrochen ist und seine Diagnose öffentlich wurde, häufen sich Spekulationen über seinen Gesundheitszustand sowie mögliche Auswirkungen auf seine Karriere beim FC Bayern. Doch ein Unterstützer steht dem Nationalspieler bei: Severin Freund (38), Olympiasieger im Skispringen, der selbst mit Epilepsie lebt.
Im Gespräch mit dem ZDF erläuterte Freund, dass es als Leistungssportler mit Epilepsie wichtig sei, auf Dinge wie ausreichenden Schlaf und die konsequente Einnahme der Medikamente zu achten.
Gleichzeitig zeigt er sich als lebender Beweis dafür, dass sich Spitzensport und Epilepsie nicht ausschließen: „Ich bin der Meinung, dass im Fußball grundsätzlich viel möglich ist. Selbst wenn die Medikation mal nicht ideal wirkt, gibt es zahlreiche Optionen, um verschiedene Wege auszuprobieren.“
Seine eigene Erkrankung machte Freund im Herbst 2024 öffentlich, etwa zweieinhalb Jahre nach seinem Rücktritt vom aktiven Sport.
Beim Gesamtweltcupsieger von 2015 wurde eine schlafgebundene, fokale Epilepsie diagnostiziert, die sich durch große Anfälle im Schlaf zeigt. Musiala hingegen erlebt sogenannte Absencen, also kurze Bewusstseinsaussetzer, die mehrfach täglich auftreten können.
Während seiner aktiven Laufbahn wollte Freund seine Diagnose zunächst nicht publik machen, da der Fokus auf dem Sport liegen sollte, wie er damals erklärte.
Dass Musiala hingegen offen mit seiner Erkrankung umgeht, bewertet Freund positiv: „Ich finde es sehr erfreulich, dass sowohl er als auch sein Verein die Situation offen ansprechen. Es scheint, als würde man alles daran setzen, das Beste für ihn zu erreichen – als Sportler und als Mensch – gemeinsam mit Ärzten, dem Verein und seinem gesamten Team.“
Da Freund seinen ersten Anfall bereits mit 16 Jahren erlebte, begleitete ihn die Epilepsie während seiner gesamten Profikarriere als dreifacher Weltmeister.
„Irgendwann kommt der Moment, an dem man erkennt: Es gehört einfach zu mir dazu. Es ist genauso ein Teil wie vieles andere – auch während des Wettkampfs“, erzählte Freund.
Glücklicherweise habe ihn seine spezielle Form der Epilepsie nie dazu gezwungen, sich Sorgen zu machen, dass ein Anfall während eines Wettkampfs passiert: „Natürlich hofft man immer, dass genau dann nichts passiert, besonders wenn bald wieder ein wichtiges Event bevorsteht. Aber kontrollieren kann man es nicht.“