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Vom Spielerprofil bis zur Vertragsunterzeichnung: So gewinnt Dynamo neue Talente

Dresden – Wie läuft eigentlich das Scouting bei Dynamo Dresden ab? Was geschieht, sobald das Interesse an einem Spieler geweckt ist? Welche Schritte führen vom ersten Interesse bis zur Unterschrift unter dem Vertrag? Sportgeschäftsführer Sören Gonther (39) und Kaderplaner Stephan Engels (35) erläutern den Prozess anhand des Neuzugangs Ahmet Muhamedbegovic (27), der aus Slowenien vom NK Olimpija Ljubljana nach Dresden wechselte.

Doch Gonther und Engels sind dabei nicht auf sich allein gestellt. Zum Team gehören außerdem Niklas Kreuzer (33) und Nick Nestler. In ihrer gemeinsamen WhatsApp-Gruppe herrscht ständig reger Austausch.

Der Startpunkt ist die Erstellung von Spielerprofilen. Was benötigt Dynamo genau? Beispiel Muhamedbegovic: „Wir suchten gezielt einen weiteren linken Innenverteidiger. Dazu definierten wir ein Profil mit bestimmten Stärken. Im Datenscouting tauchte er dann auf“, erläutert Engels den ersten Schritt.

Darauf folgte das Videoscouting. „Im März führten wir erste Gespräche. Das ist ein langwieriger Prozess, da wir uns parallel mit mehreren Kandidaten beschäftigen“, so Engels.

Im April machte sich Gonther persönlich auf den Weg nach Slowenien, um die Qualität der Liga besser einzuschätzen und sich die Spiele von Muhamedbegovic live vor Ort anzuschauen.

Das Live-Scouting ist für Engels besonders entscheidend: „Bei einem Spiel beobachte ich nicht alle 22 Akteure gleichzeitig, sondern konzentriere mich auf einige wenige, um einen präzisen Eindruck zu gewinnen. Dabei achte ich auf Aspekte, die in Videoaufnahmen oft nicht sichtbar sind – etwa bestimmte Verhaltensweisen.“

„Wie bereitet sich ein Spieler auf das Spiel vor? Wie reagiert er auf Gegentore oder den Wechsel? Deshalb bevorzuge ich das Live-Scouting, denn die Atmosphäre lässt sich so viel besser erfassen!“

Sobald Gonther sein grünes Licht für Muhamedbegovic gab, trafen sich die Verantwortlichen mit dem Spieler, um dessen Persönlichkeit zu prüfen und zu sehen, ob er ins Team passt.

Trainer Thomas Stamm (43) ist dabei stets eingebunden und muss nicht nur vom sportlichen Talent überzeugt sein. „Wir erhalten auch viele Rückmeldungen von außen, wie der Spieler sich in der Kabine und im Umgang mit anderen verhält. Anschließend haben wir die Analyse intensiviert, ganze Spiele angesehen und parallel mit dem Berater sowie dem Spieler selbst gesprochen. Dann einigten wir uns finanziell. Zum Schluss läuft ein Umlaufverfahren, bevor der Vertrag unterschrieben wird“, erklärt Gonther.

Am Ende absolvierte Muhamedbegovic den medizinischen Check in der Dresdner Uniklinik, bevor er den Vertrag unterzeichnete.