Schockierende Verletzung ohne Gegnereinwirkung, 100 Karriere-Touchdowns und ein knapper Sieg der Chiefs
USA – Das späte Sonntagsspiel verlief eher ernüchternd. Zu keinem Zeitpunkt waren die Kansas City Chiefs eindeutig favorisiert, lagen zur Halbzeit hinten und verpassten am Ende den regulären Sieg. Erst in der Verlängerung gelang ihnen in der Nacht zu Montag – und erst beim zweiten Ballbesitz – ein knapper Heimsieg gegen die bislang sieglosen Indianapolis Colts mit 33:30.
Für andere Teams wäre das ein Grund zur Sorge. Doch Kansas City steht in der ersten Saisonhälfte ein äußerst günstiger Spielplan bevor.
Ohne bisherige Reisestrapazen bestreiten sie ihr erstes Auswärtsspiel erst in der nächsten Woche gegen die krisengeplagten Miami Dolphins. Die wirklich anspruchsvollen Aufgaben warten erst später im Saisonverlauf.
Spannend dürften vor allem die Duelle mit den Las Vegas Raiders (Woche 4) und den Seattle Seahawks (Woche 7) sein, um einzuschätzen, wie playofftauglich Mahomes, Walker, Kelce & Co. tatsächlich sind.
In der zweiten NFL-Woche boten vor allem einzelne Szenen aus den anderen Begegnungen Aufmerksamkeit – mal positiv, mal negativ.
Ein Beispiel sind die Chicago Bears: Während sie in der vergangenen Woche mit 59 erzielten Punkten gegen die Carolina Panthers auf sich aufmerksam machten – allerdings auch 37 Gegentore hinnehmen mussten –, kamen sie an diesem Sonntag nur auf magere drei Punkte. Beim Endstand von 9:3 waren die Highlights bestenfalls für ein kurzes TikTok-Video geeignet, das kaum jemanden interessiert.
Zum Vergleich: In der Vorwoche erzielten die Bears und die Minnesota Vikings zusammen 98 Punkte und 13 Touchdowns. Erwähnenswert ist jedoch die schwere Verletzung von Bears-Quarterback Caleb Williams, die Fans und Verein gleichermaßen erschütterte. Sollte sich der Verdacht eines Achillessehnenrisses bestätigen, wäre Williams’ Saison vorzeitig beendet.
Die „heiße Kartoffel“ des Tages erhielt Steelers-Quarterback Aaron Rodgers. Beim dritten Versuch verlor er den Ball, doch weder Pittsburgh noch der Gegner aus New England wollten ihn aufnehmen und schossen das Spielgerät am Ende nur weiter nach hinten.
Obwohl die Steelers den Ballbesitz zurückerhielten, kam bei 4&43 der Punter aufs Feld. Hat eigentlich jemand auf Baltimore im Spiel Saints gegen Ravens gesetzt? Tja, Sportwetten sind eben eine riskante Angelegenheit. Endstand: 24:17 für New Orleans – was für eine Überraschung.
Besser lief es für den Titelverteidiger, die Seattle Seahawks. Sie demontierten ihren Divisionsrivalen Arizona Cardinals mit 31:7. Inklusive Playoffs war das ihr zwölfter Sieg in Folge – die längste Siegesserie in der Geschichte des Franchises.
Und da wir gerade bei der NFC West sind: Auch die San Francisco 49ers durften in ihrem ersten Heimspiel gegen Miami neue Rekorde aufstellen.
Die 49ers gewannen erstmals seit 1991 ihre ersten beiden Saisonspiele und zwar jeweils mit einem Vorsprung von mehr als 20 Punkten. Brock Purdy brachte bei 22 Passversuchen nur zweimal keinen Erfolg.
Besonders bemerkenswert: Star-Runningback Christian „Run CMC“ McCaffrey erreichte seinen 100. Karriere-Touchdown. Die Hälfte davon erzielte er noch bei Carolina, die andere Hälfte jetzt in der Bay Area. Vor ihm gelang dies nur den Legenden Marshall Faulk und Randy Moss, die ebenfalls für zwei Teams jeweils mindestens 50 Touchdowns feierten.
So endeten die Spiele am ersten NFL-Spieltag. Üblicherweise werden die Heimteams an zweiter Stelle genannt.
In dieser Woche hatte keine Mannschaft spielfrei. Die ersten Ruhepausen (Bye-Weeks) folgen erst ab der vierten Spielwoche.