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Nach dem missglückten Start: Leipzigs Handballer schlagen neues Kapitel auf

Leipzig/Halle – Am Dienstagabend präsentierte der SC DHfK Leipzig seinen Kader für die Saison 2026/27 und blickte dabei auch auf die vergangenen Monate zurück. Bereits am kommenden Montag bestreiten die Sachsen ihr erstes Heimspiel in der 2. Bundesliga. Nach einem enttäuschenden Auftakt in die neue Spielzeit, der mit dem Ausscheiden in der ersten Runde des DHB-Pokals endete, will das Team nun eine Trendwende schaffen.

„Wo könnte man besser neu durchstarten als hier am Flughafen?“, fragte DHfK-Geschäftsführer Karsten Günther in den noch im Bau befindlichen Werkshallen des Flugzeugbauers und neuen Sponsors „Deutsche Aircraft“.

„Heute beginnt für uns nicht nur eine neue Saison, sondern auch eine neue Ära und ein frisches Kapitel: SC DHfK 2.0. Ein Kapitel, das mit einer Bruchlandung startete.“

Bei der Rückschau auf die vergangene Spielzeit, die mit dem Abstieg in die 2. Liga endete, übte Günther deutliche Selbstkritik: „Unsere Personalentscheidungen in den letzten zwei bis drei Jahren waren nicht optimal. Oft wurden sie reaktiv getroffen, manchmal konnten wir sie gar nicht umsetzen, und häufig standen wir unter starkem wirtschaftlichen Druck. Das führte dazu, dass die Mannschaft im vergangenen Jahr nicht ideal zusammengestellt war – sowohl körperlich als auch mental war sie anfällig.“ Hinzu kamen Fehleinschätzungen bezüglich der Erwartungen an das Team und den Verein: „Das setzte das gesamte Unternehmen enorm unter Druck, viele waren überfordert. Rückblickend bedauere ich, dass ich das zugelassen habe“, gestand Günther ein.

Besonders stark unter diesem Druck stand Kapitän Lukas Binder (33). In der Krise musste der Leistungsträger noch mehr Verantwortung übernehmen als seine Mitspieler. Anfang August gab der Verein bekannt, dass Dean Bombac (37) in der kommenden Saison die Kapitänsrolle übernehmen wird, während Binder zukünftig sein Stellvertreter sein wird.

Cheftrainer Frank Carstens (54) würdigte Binder am Dienstagabend für sein „außerordentliches Engagement“ und den Einsatz, den er in schwierigen Zeiten gezeigt habe. „Ich denke, es tut gut, nach einer solchen belastenden Phase auch an dieser Stelle neu zu starten“, erklärte Carstens.

Der neue Kapitän sieht seiner Aufgabe zuversichtlich entgegen: „Zusammen mit Mrkva gehöre ich wohl zu den erfahrensten Spielern im Team. Mein Ziel ist es, den Jungs gerade in kritischen Momenten durch meine Erfahrung mehr Stabilität zu geben“, so Bombac.

Schon am kommenden Montag um 19:30 Uhr bekommt Bombac die Gelegenheit dazu: Die Leipziger empfangen GWD Minden – ausgerechnet das Team, das man am letzten Spieltag der Vorsaison mit einem knappen Sieg in den Abstieg gezogen hatte.