Exklusive Einblicke vom 1. FC Köln: Warum Shootingstar El Mala wirklich verlängert hat
Köln – Noch vor wenigen Wochen gingen viele Fußballfans in Deutschland davon aus, dass Said El Mala (19) den 1. FC Köln nach seiner herausragenden Debütsaison mit 13 Treffern und fünf Assists verlassen würde. Doch ganz anders kam es: Statt zu Borussia Dortmund oder RB Leipzig zu wechseln, entschied sich der Linksaußen dazu, seinen Vertrag ohne Ausstiegsklausel zu verlängern. Sportdirektor Thomas Kessler (40) gewährt nun erstmals Einblicke in diesen wohl bedeutendsten Transfercoup des Klubs.
Demnach habe es einen „sehr langen und intensiven“ Dialog mit dem Nachwuchstalent sowie seiner Mutter, die zugleich seine Beraterin ist, gegeben, erzählt der ehemalige Torwart im Gespräch mit „Sport Bild“ und fügt hinzu: „Eine Vertragsverlängerung war natürlich stets ein Thema.“
Dass man den Deal letztlich realisieren konnte, sei auf mehrere Gründe zurückzuführen, erklärt Kessler weiter. Besonders hervorzuheben sei die enge Verbindung zwischen El Mala, seiner Familie und dem Verein, die eine „besondere“ Rolle spiele.
Darüber hinaus habe sich der Klub finanziell für den 19-Jährigen engagiert: „Wir wollten seine Leistungen angemessen würdigen und ihm innerhalb unserer Möglichkeiten zeigen, wie ernst es uns ist, dass er bei uns bleibt.“
Schließlich konnten sich alle Parteien auf einen Vertrag einigen, „mit dem alle zufrieden sind und bei dem der Verein die Kontrolle behält“, erläutert der Sportchef.
Zudem habe man El Mala auch mit der sportlichen Perspektive überzeugen können. „Er ist sich bewusst, dass er hier in Bereichen, die noch nicht perfekt sind, weiterhin gefördert wird – und gleichzeitig hat er die Chance, regelmäßig Spielpraxis zu sammeln.“
Die Entscheidung, das Angebot von Borussia Dortmund über 50 Millionen Euro abzulehnen, sei allerdings kein leichter Schritt gewesen, betont Kessler. „Die Summe, die dort auf dem Tisch lag, war für den 1. FC Köln enorm, weshalb wir sehr sorgfältig abgewogen haben, wie wir damit umgehen.“
Nach mehreren Wochen der Verhandlungen mit dem Klub aus dem Ruhrgebiet habe letztlich das Timing nicht gestimmt. „Das Geld hatte Mitte August nicht mehr denselben Wert wie Anfang Juli“, erklärt der Sportchef.
Hinzu kämen auch emotionale Faktoren, die im leidenschaftlichen Umfeld des FC eine große Rolle spielten. „In Köln haben wir lange darauf gewartet, wieder einen Spieler zu haben, der nicht nur regional, sondern auch überregional für Aufsehen sorgt“, sagt Kessler.
Ob El Mala tatsächlich bis 2031 das Trikot mit dem Geißbock tragen wird, bleibt allerdings ungewiss. „Fünf Jahre sind eine sehr lange Zeit, selbst ein Jahr ist schon eine lange Dauer“, betont Kessler und fügt hinzu: „Was die Zukunft bringt, werden wir letztlich abwarten müssen.“