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Sachsenring-Ticketnachfrage trotz großer Fan-Kritik übertrifft Rekord vom Vorjahr

Leipzig/Oberlungwitz – Im vergangenen Jahr erlebten mit 256.441 Besuchern so viele Menschen wie nie zuvor das Spektakel am Sachsenring. Die aktuellen Prognosen lassen vermuten, dass diese Zahl im Jahr 2026 sogar noch übertroffen werden könnte. Dennoch zeigen sich die Veranstalter vorerst zurückhaltend.

Bis Dienstagabend seien bereits 105.000 Tickets verkauft worden, berichtete Robert Dorn (36), Geschäftsführer der Sachsenring Event GmbH, im „Dock20“ am neuen Leipziger Stadthafen. Damit liege man ungefähr drei Prozent über dem Verkaufsstand zum gleichen Zeitpunkt im Vorjahr. Einige Tribünen seien sogar schon komplett ausverkauft.

Obwohl die Lizenzgebühren durch die Vertragsverlängerung bis 2031 gestiegen sind, konnten die Preise stabil gehalten werden. Dorn betonte: „Wir möchten unbedingt vermeiden, dass die zusätzlichen Kosten auf die Besucher umgelegt werden.“

Diese Zwischenbilanz bedeute jedoch nicht automatisch, dass am Sonntag, 12. Juli, bei Rennen mehr Zuschauer auf den Tribünen sitzen werden. Besonders viele Fans aus der Region würden ihre Entscheidung, vor allem wetterabhängig, häufig erst kurzfristig treffen.

Das Event entwickelt sich zunehmend zu einem Familienfest – Tickets werden nicht mehr nur von langjährigen Motorsportenthusiasten gekauft.

Um diesem Trend Rechnung zu tragen, findet am Donnerstag, 9. Juli, erstmals ein kostenloser Family Day statt. Kinder können sich dort unter anderem beim MotoGP-Simulator, auf der Hüpfburg oder mit Pocket Bikes vergnügen.

Neben den Motorenlärm, die Fahrer in den Kurven und die rutschenden Maschinen aus der Ferne zu beobachten, träumt wohl jeder Motorsportfan davon, den Stars des MotoGP hautnah zu begegnen.

Was bisher vor allem VIPs und Sponsoren vorbehalten war, wird nun auch regulären Fans ermöglicht. „Wir haben intensiv mit Dorna verhandelt und können 500 Tickets an ganz normale Zuschauer verkaufen“, erklärte Dorn. Bei der geführten Paddock-Tour erhalten die Besucher Zugang zum Fahrerlager und können vom Boxendach aus einen exklusiven Blick auf die Rennstrecke genießen, der sonst nicht möglich ist.

Für den Veranstalter ist die Fankultur von zentraler Bedeutung – immer wieder wurde am Dienstag betont, dass diese Kultur sogar als immaterielles Kulturerbe vorgeschlagen wurde und 2027 auf der Kulturministerkonferenz zur Abstimmung steht.

Dorn machte jedoch deutlich: „Es ist klar, dass nicht alle 250.000 Fans ein Autogramm von Marc Márquez bekommen können“, obwohl man alles daran setzen werde, den Zuschauern bestmögliche Erlebnisse zu bieten.

Die ganze Region profitiert vom Motorsportwochenende am Sachsenring, der im Jahr 2027 sein 100-jähriges Jubiläum feiert. 2025 wurden rund 130 Millionen Euro Umsatz generiert – unter anderem in Hotels, Gastronomie, Wäschereien und ähnlichen Branchen. Diese wirtschaftlichen Effekte reichen bis nach Thüringen und Tschechien.

Tickets sind auf etix.com erhältlich. Weitere Details zum Rennwochenende finden sich auf adac-motorsport.de.