zurück

„Tür wurde aufgebrochen“: Polizei sperrt Konten eines Bundesligaprofis

Köln – Ein Bundesligaspieler gerät durch illegales Online-Glücksspiel im vermeintlich seriösen Gewand in ernste Schwierigkeiten! Wie eine Reportage des RTL-Magazins „Extra“ enthüllt, hat der Profi aus der höchsten deutschen Fußballliga keinen Zugriff mehr auf sein Geld und fürchtet um seine finanzielle Existenz. Im Hintergrund steht ein Netz von undurchsichtigen Angeboten, von denen Millionen Menschen in Deutschland betroffen sein sollen.

„Ja, es ist schwierig“, gibt der Sportler in der aktuellen Ausgabe der Sendung zu verstehen. Um seine Identität zu schützen, nennt er sich nur „Stefan“.

Seine Konten wurden eingefroren, er kann momentan weder Geld abheben noch ganz normal einkaufen. Sollte dieser Zustand noch vier bis fünf Monate anhalten, sieht er sich trotz seines gut bezahlten Fußballerdaseins nicht mehr in der Lage, seinen Lebensunterhalt zu bestreiten.

Der Grund für seine Lage: Seit etwa acht Jahren spielt er auf der Glücksspielplattform „Stake“ im Internet um Geld. Über die Zeit hat er dort Millionen Euro umgesetzt und gelegentlich auch beachtliche Gewinne erzielt. Genau diese schlagen ihm nun negativ auf die Füße.

Denn der Anbieter verfügt in Deutschland über keine gültige Lizenz, was bedeutet, dass Wetten, Casino-Spiele oder auch nur das Ausfüllen eines Lottoscheins hier illegal sind. Eines Tages tauchen deshalb Polizisten vor seiner Wohnung auf.

„Die Tür wurde aufgebrochen und dann verschafften sich sieben Kriminalbeamte gemeinsam mit einem Staatsanwalt Zugang zu allen Räumen. Sie beschlagnahmten wichtige Gegenstände wie iPads, Handys, Laptops und den PC. Man fühlt sich dabei wie ein Schwerverbrecher“, erinnert sich der Bundesligaprofi.

Mit diesem Problem steht der Fußballer keineswegs allein da. Plattformen wie Lottohelden.de – eine Seite, die zur Lottoland-Gruppe gehört – vermitteln auf den ersten Blick seriöse Gewinnchancen, etwa mit den Spielen 6 aus 49 oder dem Eurojackpot.

Die Gruppe zählt in Deutschland etwa 3,2 Millionen Kunden, hat ihren Sitz aber auf Malta und besitzt hierzulande keine Lizenz – weshalb die Teilnahme für die Nutzer illegal ist.

Tatsächlich handelt es sich dabei auch nicht um eine echte Lotterieteilnahme, denn der Kunde wettet lediglich auf die Lottoergebnisse, während sich das Unternehmen gegen mögliche Jackpots absichert. Solche sogenannten Zweitlotterien sind in Deutschland verboten.

Da die Behörden gegen die Firmen auf Malta kaum vorgehen können, geraten die Kunden ins Visier, die sich der Illegalität meist nicht bewusst sind. Banken sperren Konten häufig bereits bei Verdacht auf Geldwäsche und frieren Gelder zur Beweissicherung ein.

„Es ist für mich ein Widerspruch, dass einerseits behauptet wird, das Ganze sei illegal, aber gleichzeitig im Internet Werbung dafür gemacht wird. Letztendlich wird die Verantwortung komplett auf die Spieler abgewälzt“, kritisiert der Bundesligaspieler das Vorgehen als überzogen. Stefan drohen nun eine Geldstrafe und die Konfiszierung sämtlicher Gewinne. Wann genau es zu einem Prozess kommt, ist ihm bislang nicht bekannt.

Die vollständige Reportage vom 21. Juli kann jederzeit auf Abruf bei RTL+ angesehen werden.