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Akteneinsicht beantragt: Drittligist übernimmt eigenständig die Suche nach Zuschauer mit Hitlergruß

Essen – Der Skandal um den Hitlergruß beim Saisonauftakt verfolgt Rot-Weiss Essen weiterhin. Der Drittligist wurde mittlerweile für die Tat eines mitgereisten Fans bestraft, der bis heute nicht identifiziert werden konnte. Der Verein akzeptiert die Strafe nicht nur, sondern möchte das Vorgehen in diesem Fall nun selbst aktiv gestalten.

Bevor der DFB die Sanktion am Dienstag offiziell bekanntgab, hatte RWE bereits in einer Stellungnahme seine Zustimmung zu dem Urteil des Sportgerichts mit einer Geldbuße von 22.000 Euro kundgetan.

Darüber hinaus distanzierte sich der Klub erneut ausdrücklich von dem peinlichen Vorfall am 9. August. Damals hatte ein Anhänger im Gästebereich des Ludwigsparkstadions in Saarbrücken den zwischenzeitlichen Führungstreffer Essens zum 1:0 durch das Zeigen der in Deutschland verbotenen Geste gefeiert.

Zwar reagierten die umliegenden Zuschauer unmittelbar und zwangen den Mann, den Arm wieder abzusenken, doch der Ausschnitt, der auch bei der Übertragung auf MagentaTV gezeigt wurde, verbreitete sich schnell als Video im Internet. Dennoch gelang es der Polizei bislang nicht, den Verantwortlichen zu ermitteln und zur Verantwortung zu ziehen.

RWE will diese Situation unbedingt ändern: „Der Verein vertraut weiterhin den Ermittlungsbehörden, verfolgt aber gleichzeitig die Entwicklungen genau und ist bereit, auch selbst weitere Schritte einzuleiten, um den Täter zu ermitteln und rechtlich zur Verantwortung zu ziehen. So hat RWE bereits beispielsweise Akteneinsicht bei der Staatsanwaltschaft Saarbrücken beantragt“, heißt es in der offiziellen Erklärung.

Demnach werde Essen „alle verfügbaren Mittel ausschöpfen“ und im Falle einer erfolgreichen Identifikation alle denkbaren Konsequenzen wie Stadionverbote, Vereinsausschluss sowie straf- oder zivilrechtliche Maßnahmen prüfen.

Der Drittligist könnte bei der eigenen Suche nach dem Täter möglicherweise sogar gute Erfolgschancen haben, wie ein Bericht der „WAZ“ nahelegt.

Nach Angaben der Zeitung ist der gesuchte Zuschauer innerhalb der aktiven Fangesellschaft von RWE durchaus bekannt. Dem Bericht zufolge wurde er nach dem Vorfall ausgeschlossen und gilt seitdem als „unerwünschte Person“. Bei den Spielen des Vereins war er seitdem nicht mehr anwesend.

Tabelle der 3. Liga

Die Bedeutung der Tabelle in der 3. Liga ist folgende: Wer am Saisonende den ersten Platz belegt, wird Meister der Dritten Liga und steigt in die 2. Liga auf. Auch der Zweitplatzierte steigt direkt auf. Der Drittplatzierte muss in einer Relegation gegen den Drittletzten der 2. Bundesliga antreten, um den Aufstieg oder Verbleib in der Liga zu entscheiden.