Mehr Nachspielzeit als angekündigt: Erfurt erkämpft spät einen Punkt gegen Zwickau
Erfurt – Am Freitagabend kam es im Steigerwaldstadion zu unglaublichen Szenen! Das Match zwischen Rot-Weiß Erfurt und dem FSV Zwickau befand sich bereits in der Schlussphase. Die ursprünglich angesetzten vier Minuten Nachspielzeit waren abgelaufen, doch Schiedsrichter Julius Hanft entschied – ganz nach eigenem Ermessen – noch eine weitere Minute hinzuzufügen. Diese zusätzliche Zeit nutzten die Gastgeber konsequent und erzielten durch Til Linus Schwarz nach einer Ecke in der 90.+5. Minute den Ausgleich.
Das passte irgendwie zum Spielverlauf! Die erste Halbzeit war schon turbulent. Benjika Caciel verlor im Mittelfeld den Ball, Philipp Harant (9.), der noch in der eigenen Hälfte postiert war, erkannte, dass Torwart Lorenz Otto als mitspielender Keeper weit vor seinem Kasten stand, und schoss aus etwa 50 Metern Entfernung ein sensationelles Tor zum 1:0, das durchaus Chancen auf das Tor des Monats Oktober hat.
Kurze Zeit später kassierten auch die Westsachsen ein unerwartetes Gegentor. Eine Ecke erreichte Fynn Seidel, der eigentlich die Restverteidigung sicherte, wurde aber am Strafraum abgeblockt. Erfurt setzte durch Stanislav Fehler und Dustin Forkel (21.) nach und konnte sich absetzen. Kein Zwickauer Verteidiger war in der Lage, hinterherzukommen – der Ausgleich zum 1:1. Für einen Trainer sind solche Gegentore nur schwer zu verdauen.
Ähnlich ärgerlich dürfte es für RWE-Coach Fabian Gerber gewesen sein, als Zwickau erneut in Führung ging. Daniel Haubner schlug eine gefühlvolle Ecke von rechts auf den Kopf von Oliver Fobassam (24.), der mit 1,90 Metern Größe und frischgebackener Vaterschaft allein gelassen wurde – 2:1 für die Gäste.
Wäre alles normal verlaufen, hätten die Westsachsen zur Pause in Überzahl und mit zwei Toren Vorsprung gelegen. Doch zunächst pfiff der erst 21-jährige Schiedsrichter Hanft ein Foul von Artur Andreychykan Harant (43.) ab, der bereits verwarnt war, und kurz vor dem Seitenwechsel vergab Theo Martens (45.) eine Großchance zum 3:1.
Mit Beginn der zweiten Halbzeit und einem Doppelwechsel zeigte sich Erfurt deutlich verbessert, doch Harant (64.) hatte die Gelegenheit, die Nerven zu beruhigen.
Im weiteren Verlauf zog sich die Schmitt-Elf immer weiter zurück, während Erfurt gefühlt Handball vor dem Strafraum spielte – allerdings ohne der gefährlichsten Offensive des Gegners Räume zu bieten. Bis zur entscheidenden letzten Sekunde...
FSV-Trainer Rico Schmitt äußerte sich anschließend kritisch:
„Zunächst einmal: Insgesamt hat der Schiedsrichter in seinem ersten großen Spiel eine gute Leistung gezeigt und lag meistens richtig, sowohl zugunsten der Heimmannschaft als auch der Gäste. Einzig die Nachspielzeit war problematisch. Von drei Minuten, die die vierte Offizielle angesagt hatte, wurden es letztlich vier Minuten, und am Ende waren wir bei sechs Minuten.“