Zwei Wochen zu spät! Regelhüter geben schweren Fehler zu: WM-Star hätte nicht vom Platz gestellt werden dürfen
Kansas City (USA) – Auf dem Weg zum WM-Finale schlug Argentinien unter anderem im Viertelfinale die Schweiz mit 3:1 nach Verlängerung, profitierte dabei jedoch von einer langen Überzahl, nachdem Breel Embolo (29) mit Gelb-Rot vom Platz gestellt worden war. Nun räumen die Verantwortlichen der FIFA ein: Diese Entscheidung war regelwidrig!
Was war geschehen? In der 69. Minute erhielt Argentiniens Leandro Paredes (32) vom Schiedsrichter Joao Pinheiro (38) eine Gelbe Karte für ein Foul am Schweizer Stürmer.
Kurze Zeit später griff der VAR ein. Pinheiro überprüfte die Szene erneut und stellte fest, dass Embolo eindeutig eine Schwalbe begangen hatte. Daraufhin zog er die Gelbe Karte gegen Paredes zurück und zeigte stattdessen Embolo Gelb-Rot, wodurch dieser den Platz verlassen musste.
Diese Vorgehensweise entsprach jedoch nicht den geltenden Regeln zur Spieleridentifikation bei Verwechslungen, wie die Regelhüter jetzt offenlegten. Demnach ist es dem Schiedsrichter nicht erlaubt, eine Gelbe Karte einfach "umzuleiten".
Das IFAB, die Instanz für die internationalen Fußballregeln, erklärte in einer Stellungnahme: „Eine Gelbe Karte (Verwarnung), die nicht die zweite Gelbe Karte für einen Spieler darstellt, darf ausschließlich zur Feststellung des tatsächlich begangenen Vergehens genutzt werden; das Vergehen selbst darf weder überprüft noch geändert werden.“
Mit anderen Worten: Es hätte lediglich geprüft werden dürfen, ob Paredes das Foul begangen hat – die Schwalbe von Embolo hätte hingegen nicht als neues Foul bestraft werden dürfen.
Das IFAB plant allerdings, solche Vorfälle künftig regelgerecht im Rahmen der VAR-Überprüfungen zu behandeln.
Die bislang praktizierte Anwendung der Regel bei der WM (neben dem Embolo-Fall wurde bereits in einer Gruppenpartie zwischen den USA und Paraguay eine Gelbe Karte aufgehoben und stattdessen ein Spieler wegen Schwalbe bestraft) fand „positive Resonanz“. Deshalb soll diese Auslegung in die Überarbeitung des VAR-Protokolls einfließen.
Bis dahin gilt jedoch die bisherige Regel, die besagt, dass bei der Überprüfung eines anderen Vergehens eine Schwalbe nicht zusätzlich geahndet werden darf.
Damit hat die Schweiz im Fall Embolo formal zwar Recht – der Angreifer hätte trotz seines Täuschungsversuchs nicht vom Feld verwiesen werden dürfen. Ähnlich wie Deutschland nach dem Handspiel von Marc Cucurella (28) im EM-Viertelfinale 2024 nützt das späte Eingeständnis der Nationalmannschaft jedoch nichts mehr.