„Völliges Versagen“: RB Leipzig entschuldigt sich nach 1:6-Debakel bei seinen Anhängern
Von Christian Kunz
München/Leipzig – Nach der deutlichen 1:6-Niederlage im Bundesliga-Spitzenspiel gegen München herrscht bei RB Leipzig große Enttäuschung.
„Wir haben in allen Belangen komplett versagt“, kritisierte Sportdirektor Marcel Schäfer (42) am Sky-Mikrofon nach der auch in dieser Höhe verdienten Pleite gegen den FC Bayern.
„Verlieren kann man hier in der Allianz Arena, das ist klar und jedem bewusst. Aber nicht auf diese Weise!“, betonte Trainer Martin Demichelis (45). „Das Wichtigste ist, dass wir unseren Fans, die extra angereist oder geflogen sind, um dieses Spiel zu sehen, eine Entschuldigung aussprechen.“
Die Leipziger waren dem Rekordmeister derart hoffnungslos unterlegen, dass der Vereinssprecher zu Beginn der Pressekonferenz irrtümlich von einer 0:6-Schlappe berichtete und dabei das Ehrentor in der Nachspielzeit außer Acht ließ.
Vor dem kommenden schweren Champions-League-Duell am Mittwoch bei Real Madrid betonte Demichelis, dass nun vor allem eines gefragt sei.
„Aus diesem Spiel gibt es kaum positive Aspekte mitzunehmen“, erklärte der ehemalige Profi des FC Bayern. „Deshalb müssen wir alles, was heute passiert ist, so schnell wie möglich aus dem Gedächtnis streichen.“
Die Sachsen waren den Münchnern klar unterlegen und mussten sechs Gegentore durch Luis Díaz (12., 47., 69. Minute), Aleksandar Pavlovic (26.), Michael Olise (34.) und Harry Kane (53.) hinnehmen.
Trotzdem stellte RB-Keeper Maarten Vandevoordt den mit Abstand besten Akteur auf Seiten der Gäste dar und verhinderte weitere Gegentore. Das 1:6 durch den eingewechselten Andrija Maksimovic (90.+1) diente nur noch der Ergebnisverschönerung für Leipzig.
Das räumte auch Schäfer ein: „Wir waren in allen Bereichen klar unterlegen und ohne jede Chance. Heute hatten wir einen außergewöhnlich schlechten Tag, während die Bayern ihre Leistung voll abriefen. Deshalb kann man sagen, dass wir mit den sechs Gegentoren noch gut weggekommen sind.“
Der Sportchef kündigte zudem eine gründliche Auswertung an – auch im Hinblick auf die bevorstehende Aufgabe in Madrid: „Heute haben wir gesehen, wie eine Lehrstunde aussieht und was es bedeutet, auf Weltklasse- oder Topniveau zu spielen. Vor uns liegt noch sehr viel Arbeit.“