Finch geht hart mit Ex-Hertha-Profi Reese ins Gericht: „Die Geister, die ich rief!“
Berlin – Auf dem Spielfeld lieferte Fabian Reese (28), nun beim VfL Wolfsburg aktiv, eine eindrucksvolle Antwort. Der frühere Hertha-Spieler bereitete zunächst den Ausgleich zum 1:1 vor, erzielte anschließend selbst ein Tor für den Karlsruher SC und krönte seine Leistung mit einem Doppelpack. Dennoch haben die Pfiffe bei dem exzentrischen Angreifer sichtbare Spuren hinterlassen. Rapper Finch (36) hingegen zeigt keinerlei Mitleid.
„Ich nehme die Pfiffe mit, trage sie sogar mit nach Hause. Ich kann sie einfach nicht so leicht abschütteln, vielleicht bin ich da zu empfindlich“, gestand Reese. „Man muss sich vorstellen, was es bedeutet, mit Mitte 20 vor 30.000 oder 40.000 Zuschauern ausgepfiffen zu werden. Das tut weh.“
Bei jedem Ballkontakt ertönten Pfiffe aus dem Wildparkstadion in Karlsruhe. Grund dafür ist die enge Fanfreundschaft zwischen dem KSC und Hertha. Viele Anhänger in Berlin nehmen es Reese nach wie vor übel, dass er zum VfL Wolfsburg gewechselt ist.
„Wenn das für die Leute das Ventil ist, um das Stadion mit einem besseren Gefühl zu verlassen – und ich wiederhole mich – dann ist das eben meine Aufgabe. Heutzutage wird aber oft nur in Schwarz oder Weiß gedacht, Held oder Hassfigur“, erklärte Reese, der selbst schon für Karlsruhe gespielt hat. „Irgendwann sollte man nach vorne blicken und die Vergangenheit ruhen lassen.“
Auf Verständnis von Rapper Finch darf der Ausnahmespieler der 2. Liga jedoch nicht hoffen. Der „Abfahrt“-Interpret, selbst eingefleischter Fan von Union Berlin, kritisierte Reese in seiner Instagram-Story scharf. „Keiner verlangt, dass man das Vereinswappen küsst oder jede Woche in jedem Interview Lobeshymnen auf Verein, Stadt und Fans singt“, schrieb der Musiker aus Brandenburg.
Was die Fans besonders enttäuschte: Reese hatte ein Jahr zuvor noch voller Pathos im Stadion seine Vertragsverlängerung verkündet, erfüllte sich dann aber doch nicht den Traum von der Bundesliga, sondern wechselte lieber zum abgestiegenen VfL Wolfsburg. Auch Finch bemängelt diese Entscheidung und sieht darin eine selbst auferlegte hohe Fallhöhe.
„Das alles geschieht freiwillig! Natürlich wirst du mehr geliebt, wenn du solche Dinge tust, aber dann muss dir auch klar sein, dass die Leute Erwartungen an dich haben!“
Allerdings gehört zur Realität auch, dass Hertha selbst einen Abschied von Reese nahegelegt hat, weil der Klub einen neuen Weg einschlägt. Die angeblichen acht Millionen Euro, die Wolfsburg für ihn gezahlt haben soll, kamen den finanziell angeschlagenen Berliner Verantwortlichen ebenfalls sehr gelegen. Ob ein anderer Bundesligist eine so hohe Ablösesumme bezahlt hätte, ist fraglich.
Den Ärger bekommen dennoch immer wieder Reese zu spüren – aktuell wie beim Spiel in Karlsruhe. „Die Geister, die ich rief! Fans vergessen nie!“, zeigte sich Finch unbeeindruckt von Reeses Worten. „Und um die Tränen zu trocknen, kann man sich ja die Millionen vom VW-Konzern nehmen.“