Radsportlerin bezwingt Berg siebenmal an einem Tag für ihren krebskranken Vater
Frankreich – Eine außergewöhnliche Aktion! Bei der derzeit stattfindenden Tour de France Femmes fehlt Margot Vanpachtenbeke überraschenderweise. Die belgische Radrennfahrerin ist beim deutschen Team Lidl-Trek lediglich als Ersatzfahrerin vorgesehen. Während ihre Teamkolleginnen am Freitag den Mont Ventoux in Angriff nehmen, ist die 27-Jährige den Berg auch ohne Teilnahme bestens vertraut, denn am Donnerstag erklomm sie ihn gleich siebenmal.
Der Grund für diese anspruchsvolle Höhentour ist besonders bewegend: Mit jeder Pedalumdrehung und insgesamt 295,1 zurückgelegten Kilometern sammelte die Belgierin Spenden für eine gemeinnützige Organisation im Kampf gegen den Krebs.
Vanpachtenbeke ist selbst von der Krankheit betroffen: „Durch die unerwartete Absage der Tour de France Femmes habe ich nun die Möglichkeit, wertvolle Zeit mit meinem an Krebs erkrankten Vater zu verbringen. Gemeinsam starten wir zu einer ganz besonderen Reise“, schrieb sie auf der Spendenseite.
„Gleichzeitig möchte ich die Chance nutzen, mich sportlich zu fordern, indem ich den Mont Ventoux so oft wie möglich bezwinge und dabei Spenden für Kom op tegen Kanker sammle“, fügte sie hinzu.
„Kom op tegen Kanker“ bedeutet übersetzt „Ich kämpfe gegen Krebs“. Die Organisation unterstützt Betroffene, Angehörige und Helfer, fördert Forschungsprojekte, engagiert sich in Prävention und Früherkennung und organisiert Spendenaktionen.
Bis Freitagmittag konnten bei der von Vanpachtenbeke initiierten Kampagne bereits mehr als 12.000 Euro (Stand 7. August, 11:30 Uhr) gesammelt werden.
Die siebenfache Besteigung des 1909 Meter hohen „Riesen der Provence“ in den provenzalischen Voralpen nordöstlich von Avignon dauerte insgesamt 15 Stunden und 33 Minuten.
„Den Ventoux zu erklimmen ist eine bewusste Entscheidung – den Kampf gegen den Krebs leider nicht. Diese Tour widme ich euch, meinem Papa“, schrieb die Sportlerin zu Fotos und Videos ihrer Aktion auf Instagram. „Vielen Dank an alle, die gespendet haben – eure Unterstützung bedeutet uns sehr viel!“
So hätte die Belgierin ihren freien Augustbeginn kaum besser nutzen können, auch wenn sie sicherlich gerne bei der Tour de France Femmes mitgefahren wäre. Im Vorjahr erreichte die Olympia-Teilnehmerin von 2024 noch den 29. Platz in der Gesamtwertung.