Ehemaliger Boxer (†33) stirbt elf Jahre nach folgenschwerem Kampf: „Jetzt an einem besseren Ort“
USA – Im Oktober 2015 wurde Prichard Colón als vielversprechendes Box-Talent gefeiert, doch ein dramatischer Kampf veränderte sein Leben grundlegend. Nun, fast elf Jahre später, ist der Puerto-Ricaner im Alter von nur 33 Jahren verstorben.
Sein Vater, Richard Colón, informierte am Donnerstag auf Facebook über den Tod seines Sohnes.
„Mit schwerem Herzen muss ich euch mitteilen, dass mein Sohn von uns gegangen ist. Er befindet sich nun an einem besseren Ort“, schrieb der trauernde Vater. „Ich danke euch für all die Liebe und die Gebete über all die Jahre. Bitte behaltet uns weiterhin in euren Gedanken und Gebeten, so gut es euch möglich ist.“
Richard Colón fügte hinzu, dass er seinem Sohn gerne noch eine Reise in seine Heimat Puerto Rico ermöglicht hätte, dies aber leider nicht mehr realisierbar gewesen sei.
Auch Gustavo Olivieri (43), Präsident des Weltverbandes WBO, bekundete auf der Plattform X sein Mitgefühl: „Es macht uns zutiefst traurig, vom Ableben von Prichard Colón zu erfahren. (...) Sein Leben war geprägt von Mut, Durchhaltevermögen und einem außergewöhnlichen Kampfgeist.“
„Heute trauert die WBO gemeinsam mit seiner Familie sowie all jenen, die das Privileg hatten, ihn zu kennen, zu unterstützen und zu lieben“, ergänzte Olivieri. Auch Mauricio Sulaiman (56), Präsident des WBC, zeigte sich im Netz tief betroffen über den Verlust des ehemaligen Athleten.
Am 17. Oktober 2015 erlitt Colón im Halbmittelgewichtskampf gegen Terrel Williams (42) mehrere verbotene Schläge auf den Hinterkopf. Nachdem der Boxer über Schwindel klagte, brach sein Team den Kampf in der neunten Runde ab. Laut „Washington Post“ wurde er anschließend in der Umkleidekabine bewusstlos und musste sich übergeben.
Bei dem damals 23-Jährigen wurde später ein subdurales Hämatom – eine Hirnblutung – diagnostiziert. Die Ärzte führten eine Notoperation durch, woraufhin Colón 221 Tage im Koma verweilte.
Obwohl der junge Sportler überlebte, führten die Verletzungen zu schweren Hirnschäden. Fortan war er auf eine umfassende Pflege angewiesen.
Durch eine langwierige Therapie und technische Hilfsmittel konnte Colón später wieder kommunizieren und teilweise seine Bewegungsfähigkeit zurückerlangen. Eine vollständige Genesung blieb ihm jedoch verwehrt, sodass seine Eltern sich täglich um ihn kümmern mussten.
Im Jahr 2017 reichte die Familie eine Klage über 50 Millionen US-Dollar (etwa 42 Millionen Euro) gegen den verantwortlichen Ringarzt und die Veranstalter ein. Bis heute wurde weder ein Urteil gefällt noch eine außergerichtliche Einigung erzielt. Seine Mutter äußerte gegenüber „Newsweek“, sie erwarte auch keine baldige Lösung mehr.
Die Angehörigen machten keine Angaben zur genauen Todesursache des viel zu früh verstorbenen Sportlers.