Polizei und nordrhein-westfälische Fußballvereine erneuern Sicherheitsabkommen für Stadien – Kritik bleibt bestehen
Von David Hammersen
Düsseldorf – Das Innenministerium sowie 16 Fußballclubs aus Nordrhein-Westfalen haben eine aktualisierte Vereinbarung zur Verbesserung der Sicherheit bei Fußballveranstaltungen unterzeichnet.
Innenminister Herbert Reul (73, CDU) unterzeichnete gemeinsam mit Vertretern der Bundespolizei und den Vereinen der drei deutschen Profiligen die neue "Kooperationsvereinbarung Stadionallianzen NRW".
„Fußball soll in sicheren Arenen stattfinden, Spaß bereiten und frei von Gewalt sowie Pyrotechnik sein“, erklärte Reul im Zusammenhang mit der Vereinbarung. „Gleichzeitig gilt es, die Polizei spürbar zu entlasten, damit nicht jedes Spiel zu einem permanenten Einsatz wird.“
Die „Stadionallianzen“ in NRW sollen einen verbindlichen Rahmen für die Zusammenarbeit zwischen Polizei und Clubs an den Spielstätten schaffen.
Bereits 2020 hatten Polizei und Fußballvereine in NRW eine Kooperation vereinbart. Damals unterzeichneten neun Erst- und Zweitligisten gemeinsam mit der Polizei ein Abkommen zur „Stadionallianz gegen Gewalt“.
Diese Vereinbarung wurde nun ausgeweitet: Neben den Vereinen aus der dritten Liga wurde auch die Bundespolizei in die Kooperation aufgenommen.
Die Einbindung der Bundespolizei soll künftig sicherstellen, dass bei den Sicherheitskonzepten auch die Anreise der Fans intensiver berücksichtigt wird.
Darüber hinaus soll die Zusammenarbeit mit den Sicherheitsverantwortlichen und Fanvertretern der Vereine verstärkt werden, wobei insbesondere die Einlasskontrollen in den Stadien im Fokus stehen.
Kritik an der Erweiterung der Vereinbarung äußert die Fanvertretung „Unsere Kurve“.
„Herbert Reul setzt seinen Kurs unbeirrt fort – weiterhin wird lediglich über Fußballfans gesprochen, nicht aber mit ihnen, und sie werden ausschließlich als Problem gesehen“, teilte „Unsere Kurve“ mit.
In diesem Bündnis haben sich Fanorganisationen aus ganz Deutschland zusammengeschlossen.