Kulttrainer übt scharfe Kritik an Jürgen Klopp vor seinem DFB-Debüt heute Abend: „Unglaublich und nicht nachvollziehbar“
Amsterdam – Am heutigen Donnerstagabend um 20.45 Uhr steht für die deutsche Nationalmannschaft das erste große Spiel unter der Leitung von Jürgen Klopp (59) an. Der neue Bundestrainer sorgte im Vorfeld der Partie gegen die Niederlande in Amsterdam mit seiner Nominierung eines 44-köpfigen Kaders für Aufsehen.
Während der Erfolgstrainer, der sowohl bei Borussia Dortmund als auch beim FC Liverpool beeindruckte, bereits in seinen ersten beiden Pressekonferenzen mit seinen Ansätzen und Ideen begeistern konnte, äußerte die Trainerlegende Peter Neururer (71, ehemals Hannover 96, VfL Bochum) überraschend kritische Anmerkungen zu Klopps erster Entscheidung.
„Man stelle sich vor“, so Neururer in seiner Kolumne auf dem Portal „Wettfreunde“, „dass Didi Hamann, der Fachkommentator, ebenfalls bemerkte: Hätte Julian Nagelsmann für vier aufeinanderfolgende Nations-League-Spiele 44 Spieler nominiert, wäre das schlichtweg unglaublich und kaum nachzuvollziehen gewesen.“
Mit dem Spiel am Donnerstag beginnt für Deutschland die Nations League 2026/27. Danach folgen drei weitere Partien gegen Griechenland (27. September, 4. Oktober) und Serbien (1. Oktober). Klopp hatte für diese Begegnungen insgesamt 44 Spieler aufgestellt, darunter 16 Debütanten, aufgeteilt auf zwei Teams, die jeweils zwei Spiele bestreiten werden. Nur die Torhüter Finn Dahmen (28, FC Augsburg), Verteidiger Nico Schlotterbeck (26, Borussia Dortmund) sowie die Offensivspieler Jamal Musiala (23) und Serge Gnabry (31, beide FC Bayern München) sind in beiden Mannschaften vertreten.
„44 Spieler für diese Spiele zu nominieren, davon 16 Neulinge – was soll das bedeuten? Das ist die zentrale Frage, die uns alle beschäftigt“, erklärt Neururer.
Ob Klopp tatsächlich alle 16 Debütanten in den kommenden vier Begegnungen einsetzen wird, bezweifelt Neururer jedoch stark.
„Ich halte es für sehr unwahrscheinlich, insbesondere da Gegner wie die Niederlande auf dem Platz stehen, die bei der letzten Weltmeisterschaft zwar unglücklich ausgeschieden sind, aber ansonsten kaum Veränderungen in ihrem Team hatten – abgesehen vom neuen Trainer“, so Neururer und ergänzt:
„Die Duelle zwischen Niederlande und Deutschland waren immer etwas Besonderes, Spiele mit viel Brisanz. Und genau das wird auch diesmal gelten. Ich kann mir kaum vorstellen, dass Klopp bei so einem wichtigen Auftaktspiel groß experimentiert und es riskieren würde, gleich zu Beginn zu scheitern.“
Grundsätzlich ist Neururer aber davon überzeugt, dass Klopp der richtige Mann für die Position des Bundestrainers ist. Er bezeichnet ihn als exzellenten Coach und Motivator. „Ich bin sicher, dass er derjenige ist, der den deutschen Fußball und die Nationalmannschaft wieder auf einen guten Weg bringen kann“, ist der Kulttrainer überzeugt.
Als Ursache dafür, dass die deutsche Mannschaft heute nicht mehr an vergangene Erfolge anknüpfen kann, sieht Neururer, dass Deutschland „vieles von außen übernommen hat und dabei seine eigene Mentalität verloren hat“.
Doch Klopp sei nun derjenige, „der diese einstige Mentalität wieder zum Leben erweckt“, zeigt sich Neururer zuversichtlich hinsichtlich einer Wende unter dem neuen Bundestrainer.