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Hertha-Geschäftsführer Görlich verteidigt Reese: „Fabi hat das nicht verdient“

Berlin – Pfiffe blieben Fabian Reese diesmal erspart, doch die Diskussion um ihn reißt nicht ab. Nun stellt sich Hertha-Geschäftsführer Peter Görlich (59) schützend vor den ehemaligen Hertha-Profi (28).

„Ich bleibe dabei: Fabi hat diese Behandlung nicht verdient, denn er hat bei uns hervorragende Arbeit geleistet“, erklärte der 59-Jährige in der Sendung „At Broski – Die Sport-Show“.

In letzter Zeit musste sich der einstige Unterschiedsspieler der Berliner gleich mehrfach Buhrufe anhören – beim Pokalspiel gegen Altglienicke, beim Auswärtsspiel gegen den KSC sowie zu Hause von den Cottbus-Fans.

Der Wechsel zu Wolfsburg sorgt offenbar nicht nur bei den Hertha-Anhängern für Unmut. Noch vor einem Jahr hatte der Publikumsliebling seine Vertragsverlängerung live im Stadion verkündet, entschied sich dann aber entgegen der Bundesliga-Träume für den VfL, einen Absteiger und direkten Konkurrenten.

Obwohl die Berliner erst im November auf die Wölfe treffen, wird es für Reese in fremden Stadien bereits unangenehm.

Görlich zeigt dafür jedoch kein Verständnis: „Ein junger, erwachsener und sehr feiner Mensch wie Fabi hat das Recht, solche Entscheidungen zu treffen. Aber es ist keinesfalls in Ordnung, einen Spieler – egal wo er spielt – auszupfeifen, nur um einfach mitzumachen.“

Auch gegenüber der Sport Bild macht der Hertha-Boss klar: „Er hat sich nichts vorzuwerfen. Er ist ein großartiger Sportler und Mensch, der sich sozial sehr engagiert. Er hat eine für sich persönliche Entscheidung getroffen, doch das rechtfertigt keine negative Stimmung gegen ihn.“

Der Frust über den Wechsel ändert jedoch nichts an der Tatsache, dass Hertha die angeblichen acht Millionen Euro Ablöse gerne angenommen hat. Der Klub schlägt einen neuen Weg ein und konnte sich die bisherigen Stars nicht mehr leisten – dazu zählt auch Reese.

In einem Punkt widerspricht Görlich allerdings dem früheren Mannschaftskapitän: Die Initiative, Reese zu verkaufen, sei nicht allein von Hertha ausgegangen. Vielmehr sei es eine gemeinsame Entscheidung gewesen.

„Das ist zunächst eine Angelegenheit zwischen Spieler und Berater. Danach spricht man natürlich mit der Spielerseite über den Berater und sagt: ‚Wenn ein Angebot kommt, sind wir offen für Gespräche, aber nicht um jeden Preis‘“, erläuterte Görlich. „Doch man geht nicht zu seinem Kapitän und Top-Torjäger und setzt ihm eine Pistole auf die Brust.“

Mit seinen Aussagen in der „Süddeutschen Zeitung“ hatte Reese für etwas Aufsehen gesorgt: „Mir wurde gesagt: ‚Pass auf, Fabian, wir müssen Geld generieren. Für dich wäre ein Wechsel die beste Möglichkeit, den nächsten Schritt in deiner Karriere zu machen.‘“

Hertha hat den Abgang des früheren Unterschiedsspielers gut verkraftet: Die Berliner starteten herausragend in die Saison und gewannen alle fünf Partien.