16. Abgang perfekt – Greift Hertha am Deadline Day noch einmal zu?
Berlin – Entgegen vorheriger Spekulationen nicht Osnabrück: Leon Jensen (29) verlässt Hertha BSC kurz vor Ende des Transferfensters. Der Mittelfeldspieler wechselt zum Zweitligakonkurrenten Arminia Bielefeld.
Sportdirektor Benjamin Weber (46) erklärte: „Leon hat nach seiner Rückkehr zu Hertha BSC stets mit vorbildlichem Engagement überzeugt. Für ihn ist es jetzt jedoch entscheidend, regelmäßig Spielpraxis zu bekommen. Deshalb sind wir froh, eine für alle Seiten passende Lösung gefunden zu haben.“ Weiter fügte er hinzu: „Wir danken Leon für seinen Einsatz, wünschen ihm auf seinem weiteren sportlichen Weg viel Erfolg und alles Gute für die Zukunft.“
In den letzten Tagen wurde Jensen noch mit den Aufsteigern aus Osnabrück sowie Magdeburg in Verbindung gebracht. Letztlich konnte sich aber Arminia Bielefeld durchsetzen.
Der 29-Jährige war erst im vergangenen Sommer vom Karlsruher SC zurück zu Hertha gewechselt, besitzt bei den Berlinern aber angesichts zahlreicher Abgänge keine langfristige Perspektive mehr.
Nach einem vielversprechenden Start wurde Jensen über Monate hinweg durch eine komplizierte Muskelverletzung ausgebremst. In der Rückrunde spielte der zentrale Mittelfeldspieler kaum noch eine Rolle und stand erst am 33. und 34. Spieltag wieder im Aufgebot.
Auch in der laufenden Saison fand der Mittelfeldmann keinen Platz im Kader. Sein einziges Pflichtspiel absolvierte der ehemalige KSC-Profi Anfang August für Herthas U23 in der Regionalliga. Nun startet er einen Neuanfang.
Leon Jensen ist somit der bereits 16. Abgang bei den Berlinern. Doch wird Hertha am letzten Tag des Transferfensters nochmal aktiv?
Mit der Verpflichtung von Gustaf Nilsson (29) am Montagabend hat der Hauptstadtklub die wichtigste Baustelle vorerst geschlossen. Der Stürmer wird zunächst ausgeliehen, die Berliner besitzen jedoch eine Kaufoption.
Trainer Stefan Leitl (49) ließ bereits durchblicken, dass es nicht nur bei einem neuen Angreifer bleiben könnte: „Wir wollen definitiv noch etwas tun. Ein Stürmer hat dabei Priorität, aber möglicherweise stößt noch ein Spieler für eine andere Position dazu, der uns gut weiterhelfen kann.“
Als starker Kandidat gilt laut Bild Hyun-seok Hong (27). Der Südkoreaner, der zuletzt zweimal ausgeliehen war, hat bei Mainz keine Zukunft mehr und darf den Verein verlassen. Doch stellt sich die Frage, ob sich Hertha den 16-fachen süd-koreanischen Nationalspieler – dessen Marktwert auf rund 2,5 Millionen Euro geschätzt wird – leisten kann.
Darüber hinaus bemühen sich die Berliner laut Berliner Kurier angeblich auch um Ex-KSC-Profi Dzenis Burnic (28). Der Mittelfeldspieler strebt eigentlich einen Wechsel in die Bundesliga an, bislang zeigte sich jedoch kein Klub aus der höchsten deutschen Spielklasse interessiert.
Oder wird es am Ende doch eine ganz andere Position? Florian Kastenmeier (28), der lange mit einem Wechsel nach Berlin in Verbindung gebracht wurde, hat bislang noch keinen neuen Verein gefunden. Der Torwart möchte eigentlich ins Ausland wechseln – oder könnte der ehemalige Düsseldorf-Keeper in der letzten Transferphase doch noch ein Thema bei Hertha werden?
Allerdings ist Hertha im Tor gut aufgestellt: Marius Gersbeck (31) hat mehrfach bewiesen, dass er das Zeug dazu hat, die neue Nummer eins des Teams zu sein.