DFB-Talent zeigt Reue nach Fehltritt und begeistert seinen Trainer
Sofia (Bulgarien)/Monaco – Er findet einfach weiter den Weg ins Tor! Am Donnerstagabend brachte Paris Brunner (20) seine AS Monaco bereits in der dritten Minute der Conference League-Partie gegen ZSKA Sofia auf die Siegerstraße. Es war sein siebtes Saisontor im achten Spiel. Der Coach des deutschen U21-Stürmers lobt ihn in den höchsten Tönen – und auch abseits des Spielfelds scheint der junge Spieler nun an einer entscheidenden Stellschraube gedreht zu haben.
"Er war bis zum Schlusspfiff präsent und setzte den Gegner konstant unter Druck", sagte Trainer Filipe Luis (41) laut „L’Équipe“ nach dem 2:1-Sieg in Bulgarien. "Er durchlebt momentan eine außergewöhnliche Phase. Wir möchten ihm Spielzeit geben, damit er Selbstvertrauen tanken kann."
Eigentlich hätte Brunner, der in Dortmund geboren wurde, seinen Platz in der Startelf im Fürstentum fest sicher, wie der brasilianische Trainer zusätzlich hervorhob. Doch aktuell muss der junge Offensivspieler eine Sperre absitzen.
Beim 1:1-Unentschieden am vierten Spieltag bei Racing Straßburg erzielte Brunner den Ausgleichstreffer – und feierte diesen mit einer „Kopf-ab“-Geste in Richtung der gegnerischen Fans. Diese hätten zuvor seine Familie beleidigt, erklärte der 20-Jährige später. Anfangs zeigte er keine Reue.
Inzwischen hat er seine Haltung jedoch geändert: "Es fällt mir schwer, gesperrt zu sein. Ich bereue meine Handlung sehr", gab Brunner am Donnerstagabend in der Mixed Zone zu.
Da der Schiedsrichter die Jubelgeste während der Partie nicht bemerkte, verhängte das Sportgericht nachträglich eine Sperre von vier Spielen, von denen jedoch zwei zur Bewährung ausgesetzt wurden. Beim letzten Spiel gegen den FC Toulouse fehlte er bereits, auch am kommenden Sonntag beim Duell mit dem FC Lorient wird er noch nicht mitwirken können.
"Ich blicke jetzt gespannt auf die Partie gegen Lille", sagte Brunner mit Blick auf den achten Spieltag.
Der Jubel war allerdings nur eine von mehreren Verfehlungen. Noch vor wenigen Jahren galt Brunner als das vielversprechendste Talent aus dem Nachwuchs von Borussia Dortmund. Doch bei den Schwarz-Gelben zeigte der hochbegabte Stürmer immer wieder mangelnde Disziplin.
Ohne Einsatz in der Profimannschaft wechselte er schließlich für eine geringe Millionensumme nach Monaco, wo der Torjäger nach einigen Anlaufschwierigkeiten nun endlich durchstartet.
Sein beeindruckendes Potenzial hat er hingegen stets im DFB-Nachwuchs bewiesen. Mit der U17 wurde er Weltmeister, bei der U20 erzielte er in nur vier Spielen acht Treffer und in der jüngsten Länderspielpause feierte er sein Debüt für die U21 – mit einem Doppelpack gegen Lettland.