Ansah trotzt drohender Mega-Sperre und sichert sich Medaille – darf er sie behalten?
Birmingham (England) – Nervenstärke pur! Owen Ansah gewann bei der Leichtathletik-Europameisterschaft in Birmingham die Bronzemedaille im 100-Meter-Finale. Allerdings bleibt offen, ob ihm diese Medaille aufgrund einer drohenden Dopingsperre erhalten bleibt.
Der 25-Jährige erzielte eine Zeit von 10,19 Sekunden und reihte sich damit hinter den beiden Briten Romell Glave (10,09 Sekunden), der Gold holte, und dem Silbermedaillengewinner Jeremiah Azu (10,16 Sekunden) auf dem dritten Rang ein. Der große Favorit, der Italiener Marcell Jacobs, schied mit einer offensichtlichen Verletzung aus und belegte nur den siebten Platz (12,26 Sekunden).
Obwohl Ansah anfangs keinen optimalen Start erwischte, setzte er im Endspurt zu einer starken Aufholjagd an und schlug im Fotofinish den Niederländer Elvis Afrifa (10,22 Sekunden).
„Am Schluss wusste ich gar nicht genau, ob ich Dritter geworden bin, umso glücklicher bin ich nun, mit Bronze nach Hause zu fahren“, erklärte Ansah anschließend im ZDF.
Im Halbfinale hatte sich der gebürtige Hamburger mit einer souveränen Zeit von 10,20 Sekunden qualifiziert, nur 0,03 Sekunden hinter dem britischen Lokalmatador Azu (10,17 Sekunden), und zog damit ins Finale ein.
Unklar bleibt, ob Ansah die Medaille behalten darf. Die Nationale Anti-Doping-Agentur (NADA) hatte gegen den deutschen Rekordsprinter eine vierjährige Sperre beantragt, da er am 9. Juli angeblich einen Dopingtest verweigert haben soll.
Ansah selbst lehnt die Sanktion ab, wie sein Anwalt bereits mitgeteilt hat. Somit wird der Fall voraussichtlich vor dem Deutschen Sportschiedsgericht verhandelt werden.
„Ich habe ein unglaublich starkes Team hinter mir, ich bin sehr stolz, dass mein Trainer und mein Anwalt an meiner Seite stehen – das ermöglicht mir solche Leistungen. Das war auch ein Stück weit für sie“, so Ansah nach dem Rennen in Birmingham zu der Situation.
„Ich konzentriere mich auf das Hier und Jetzt und auf das, was ich beeinflussen kann. Was in der Zukunft passiert, liegt nicht in meiner Hand“, ergänzte er.