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Oliver Kahn bremst die Erwartungen an Bundestrainer Klopp: „Nicht ganz so simpel“

Von Martin Moravec

Bad Griesbach – Der ehemalige deutsche Nationaltorwart Oliver Kahn (57) dämpft die große Begeisterung rund um den neuen Bundestrainer Jürgen Klopp (59).

„Ich bin persönlich der Ansicht, dass die Sache nicht so leicht ist, wie es viele erwarten. Meiner Meinung nach liegen die Herausforderungen tiefer“, erklärte der frühere FC Bayern-Torhüter am Rande des Bastian-Schweinsteiger-Cups, einem Wohltätigkeits-Golfturnier, gegenüber BR24Sport.

Kahn verwies auf grundlegende Fragestellungen, denen sich Klopp in seiner neuen Position beim Deutschen Fußball-Bund (DFB) stellen muss.

„Welche Spieler möchte man in den kommenden Jahren fördern? Welche Spielertypen sollen überhaupt Teil der Mannschaft sein? Und wie soll der Fußball gespielt werden?“

Der Vize-Weltmeister von 2002, der zudem als Vorstandsmitglied beim FC Bayern tätig war, vertraut dennoch darauf, dass Klopp einiges bewegen kann.

„Er ist ein sehr erfahrener Fachmann, der sicherlich viel bewirken kann“, so Kahn. Klopp hat die Nachfolge von Julian Nagelsmann (39) angetreten, der nur wenige Tage nach dem enttäuschenden WM-Aus im Sechzehntelfinale gegen Paraguay von seinem Amt als Bundestrainer zurücktrat.

Der langjährige Trainer von Borussia Dortmund und dem FC Liverpool erhielt beim DFB einen Vertrag bis zum Jahr 2030.

Auch Bastian Schweinsteiger (41), Weltmeister von 2014, ist sich des enormen Drucks bewusst, der auf Klopp lastet.

„Die Erwartungen sind natürlich sehr hoch. Zunächst einmal muss man bei null anfangen. Das wird für ihn eine große Herausforderung, aber er ist ein herausragender Trainer“, betonte der ehemalige Nationalspieler des FC Bayern. „Ich denke, Jürgen Klopp ist genau der richtige Mann für die aktuelle Situation.“

Schweinsteiger hofft, „dass die Aufbruchsstimmung lange anhält und wir wieder näher an die Weltspitze heranrücken.“

Für Klopp, der zuletzt als Head of Global Soccer bei Red Bull tätig war, beginnt die Arbeit mit vier Spielen in der Nations League. Am 24. September trifft die Nationalmannschaft in Amsterdam auf die Niederlande, drei Tage später folgt ein Heimspiel gegen Griechenland in Augsburg.

Am 1. Oktober gastiert Serbien in München, ehe am 4. Oktober das Rückspiel gegen Griechenland in Thessaloniki ansteht.