Erdrutsch in der Nationalmannschaft: Okafor übt scharfe Kritik an Trainer Murat Yakin
Schweiz – In der Schweizer Fußballnationalmannschaft herrscht ein handfester Konflikt! Im zarten Alter von gerade einmal 26 Jahren hat Noah Okafor seinen Rücktritt aus der „Nati“ bekannt gegeben. Als Hauptursache für diesen Schritt nennt der ehemalige Salzburger einen ganz bestimmten Verantwortlichen – den Schweizer Nationaltrainer Murat Yakin (51).
„Liebe Fans, diese Zeilen fallen mir so schwer wie nie zuvor in meiner Karriere. Nach sorgfältigem Abwägen habe ich mich dazu entschieden, vorerst nicht mehr für die Schweizer Nationalmannschaft aufzulaufen.“
Mit diesen Worten leitete der 26-jährige Profi seinen Abschiedspost auf Instagram ein. Doch er begnügt sich nicht mit dieser kurzen Botschaft, sondern gewährt seinen Anhängern einen tiefen Einblick in die Gründe, die ihn in den vergangenen Monaten emotional stark belastet haben.
Zunächst stellt er klar, dass auch er in der Vergangenheit Fehler gemacht habe. Was genau er damit meint, bleibt ungenannt, doch er fügt hinzu: „Junge Spieler machen Fehler, und dafür habe ich mich entschuldigt.“ Laut „Kicker“ hatte Okafor sich zuvor immer wieder darüber beklagt, bei der Auswahl des Schweizer Nationalteams ignoriert worden zu sein.
Im Frühjahr dieses Jahres habe sich die Situation jedoch nach einem ausführlichen Gespräch zwischen „Nati“-Trainer Yakin und Okafor verbessert. Der Leeds-United-Spieler reiste mit zur WM in den USA – wenn auch lediglich als Ersatzspieler.
Dennoch betont der 26-Jährige mehrfach, dass sein Rückzug nicht auf die wenigen Einsätze zurückzuführen sei, sondern auf die „Art und Weise, wie mit mir umgegangen wurde“. „Für mich war es die schwierigste Phase meiner bisherigen Karriere“, schreibt der 26-fache Nationalspieler weiter.
Der Stürmer illustriert seine Gefühle anhand eines Beispiels aus dem Turnier: „Es sind Dinge passiert, die mich tief verletzt haben. Mein Vertrauen wurde missbraucht. Versprechen wurden gebrochen. Und als ich gegen Algerien spielen durfte, wurde selbst bei kleinen Fehlern weitab vom eigenen Tor auf eine Weise reagiert, die mich sehr getroffen hat.“
All diese Erlebnisse führten Okafor schließlich zu der Entscheidung, unter der Leitung von Murat Yakin nicht mehr bei internationalen Wettbewerben für die Schweiz aufzulaufen.
Trotz des offenbar angespannten Verhältnisses zwischen Spieler und Trainer findet der 26-Jährige am Ende versöhnliche Worte: „Ich wünsche der Mannschaft von Herzen nur das Beste. Ich freue mich über jeden Erfolg des Teams und bin stolz auf unsere Leistungen bei der WM. Viele meiner Teamkollegen sind Freunde, und ich werde sie weiterhin unterstützen und mitfiebern.“
„Ich bin der Schweiz dankbar für all das, was ich erleben durfte. Für dieses Land zu spielen, war und bleibt etwas ganz Besonderes. Glaubt mir, jedes Mal, wenn ich auf dem Feld stand, habe ich mein Herz für dieses Trikot gegeben. Bis bald, Noah“