Dynamo-Neuzugang Rapp beschäftigt sich lange mit Nürnberg-Pleite: „Bis 23 Uhr per WhatsApp diskutiert“
Dresden – Wenn eine interne Spielanalyse mitten in der Woche bis kurz vor Mitternacht dauert, zeigt das, wie sehr das 0:3 in Nürnberg die Dynamos beschäftigt – vor allem nach einer nahezu perfekten Vorbereitung. Die Niederlage sitzt tief und verlangt eine genaue Aufarbeitung. Besonders das Gespräch zwischen Nicolai Rapp (29) und Robert Wagner (23) nahm mehr Zeit in Anspruch als üblich.
„Mit Rob verstehe ich mich sehr gut“, berichtet Rapp. „Am Dienstag haben wir noch bis 23 Uhr über WhatsApp geschrieben. Dabei ging es nicht um irgendeine Serie, sondern um das Spiel in Nürnberg: Welche Räume wir besetzt hatten, was wir besser machen könnten und wie der Gegner agiert hat“, schildert der 29-Jährige.
„Wir befinden uns daher noch in einer gewissen Eingewöhnungsphase. Ich bin überzeugt, dass wir uns bald gut einspielen werden und dann die Früchte unserer Arbeit sehen.“
Am besten schon im anstehenden Heimspiel am Sonntag gegen Darmstadt. Bei den Lilien war Rapp selbst anderthalb Jahre aktiv – eine von insgesamt acht Stationen in der 2. Bundesliga. Weitere Stationen waren Fürth, Aue, Union, Bremen, Kaiserslautern, Karlsruhe und nun eben Dresden.
Gegen seinen ehemaligen Verein muss es diesmal besser laufen – sowohl in der Defensive als auch im Angriff. Denn Darmstadt verfügt über eine stabile und zugleich flexible Viererkette.
Man denke nur an den imposanten Aleksandar Vukotic (31), der mit 2,01 Metern und 103 Kilogramm kaum von der Stelle zu bringen ist. Eine echte „Mauer“, die zwar nicht filigran, aber äußerst robust ist.
Die wichtigsten Nachrichten jeden Morgen direkt in dein Postfach.
„Ich glaube, wenn man sich ‚Vince‘ anschaut, können wir in puncto Körpergröße definitiv mithalten. ‚Dafi‘ ebenfalls. Deshalb können wir auch mit langen Bällen arbeiten. Ich traue unseren beiden Stürmern auf jeden Fall zu, die Bälle zu behaupten. Aber natürlich müssen wir im Ballbesitz besser werden, mehr Pässe spielen, das Spiel verlagern und mehr Kontrolle gewinnen. Das betrifft uns alle, vor allem das Spiel mit Ball in der Defensive. Da müssen wir uns steigern“, blickt er schon auf das Spiel am Sonntag voraus.
Doch eine Formulierung fällt auf: Er spricht von Vincent Vermeij (32) und Christoph Daferner (28) und traut beiden zu, die Bälle sicher zu halten. Könnte das bedeuten, dass Dynamo seine Spielstrategie ändert und künftig mit zwei Spitzen agiert?
Rapp lächelt zurückhaltend: „Lassen wir uns überraschen.“ Wir werden es sehen – ebenso wie, ob die Zusammenarbeit zwischen ihm und Wagner nach dem nächtlichen WhatsApp-Austausch besser funktioniert.
Tabelle der 2. Bundesliga
Die Bedeutung der Tabelle in der 2. Bundesliga ist klar: Der Erstplatzierte am Saisonende wird Zweitliga-Meister und steigt in die Bundesliga auf, ebenso wie der Zweitplatzierte. Der Drittplatzierte spielt in der Relegation gegen den Drittletzten der Bundesliga, um den Aufstieg oder den Verbleib in der höchsten deutschen Spielklasse.