„Verdammtes Arschloch“: NFL-Star gerät vor laufenden Kameras mit seinem Headcoach aneinander
Cleveland – Zehn Sekunden vor Spielende stand die 24:27-Niederlage für Quarterback Aaron Rodgers (42) und seine Pittsburgh Steelers fest. Im Mittelpunkt des Geschehens stand jedoch ein hitziger Austausch zwischen ihm und seinem Cheftrainer Mike McCarty (62).
Im ersten Viertel hatte McCarty offenbar zu viel Zeit gebraucht, um den nächsten Spielzug anzusagen. Der Super-Bowl-Champion von 2010 wirkte sichtlich genervt, besonders angesichts der tickenden Uhr.
Je nach Spielsituation hat die Offense nach einem Spielzug entweder 25 oder regulär 40 Sekunden, um den Ball wieder ins Spiel zu bringen.
Rodgers setzte seinen Coach unter Druck: „Was zum Teufel, mach endlich den Call!“, rief er mit geballten Fäusten in Richtung Spielfeldrand.
McCarty antwortete daraufhin gereizt, aber halb leise: „Verdammtes Arschloch.“ Die Diskussion setzte sich auch an der Seitenlinie fort.
Die Steelers lagen im Verlauf des Spiels zeitweise mit 7:21 zurück, starteten dann jedoch eine Aufholjagd. Wenige Augenblicke vor Schluss stand es dank einer erfolgreichen Two-Point-Conversion von Pittsburgh plötzlich 24:24. Den Browns gelang anschließend noch der Siegtreffer durch Kicker Andre Szmyt aus 56 Yards Entfernung durch die Torstangen.
Im Anschluss zeigte sich der Trainer versöhnlich: „Was auf dem Feld gesagt wird, bleibt auf dem Feld – so bin ich groß geworden. Dennoch verstehe ich heute, dass das nicht mehr selbstverständlich ist“, erklärte McCarty während der Pressekonferenz. „Ich wünschte, ich hätte diese Worte nicht gewählt.“
Um das Geschehen richtig einzuordnen, muss man die gemeinsame Vergangenheit der beiden betrachten: McCarty war bereits über Jahre Headcoach der Green Bay Packers und damit auch Rodgers’ Trainer. Die beiden kennen sich langjährig und pflegen ein enges freundschaftliches Verhältnis.
Experten vermuten sogar, dass McCarty seine aktuelle Position bei den Steelers ohne die Unterstützung von Rodgers kaum erhalten hätte.
Daher sollte man den emotionalen Ausbruch nicht überbewerten. Freunde kommunizieren miteinander eben anders als in einem rein dienstlichen Verhältnis zwischen Vorgesetztem und Angestelltem.
Auch Aaron Rodgers gilt als jemand mit einem „Old-School-Denken“, das für ihn keine Einbahnstraße darstellt.
Wenn er an der Seitenlinie aus dem Spiel genommen wird, obwohl er gerade auf dem Weg zum Auswechseln ist, hat er mehrfach sein Team davon abgehalten, den Verteidiger anzugreifen oder nach einer Strafe zu rufen.
Hätte der NFL-Star das nun letzte Donnerstagabendspiel seiner Karriere gewonnen, hätte er den Rekord von Tom Brady eingestellt. Der „G.O.A.T.“ (Greatest of All Times), wie Brady häufig genannt wird, konnte als Spieler 14 „Thursday Night Games“ für sich entscheiden. Rodgers steht aktuell bei 13.