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Weitere Verstärkungen für Union? „Wie das Kennenlernen einer neuen Partnerin“

Von Matthias Koch

Berlin – Auch unter der Leitung des neuen Trainers verfolgt Union Berlin unverändert die bekannten Ziele für die bevorstehende Bundesliga-Saison. „Für uns steht vor allem im Fokus, in der Liga zu verbleiben. Das ist das oberste Ziel“, betonte Geschäftsführer Horst Heldt (56) während des Trainingslagers der Berliner im österreichischen Irdning.

In den letzten beiden Spielzeiten landete Union auf den Plätzen elf und dreizehn, war jedoch zeitweise in Abstiegsgefahr geraten.

Mit dem neuen Coach Mauro Lustrinelli (50) möchte der Klub diese Abstiegssorgen vermeiden. Der Schweizer, der in der vergangenen Saison mit dem Underdog FC Thun überraschend die Schweizer Meisterschaft gewann, setzt statt auf eine Dreier- oder Fünferabwehrkette auf eine Viererkette.

Vor der Abreise stellte Union mit Emmanuel Latte Lath (27) den nächsten Neuzugang vor, nachdem bereits Zeno Van Den Bosch (23) und Marvin Friedrich (30) verpflichtet wurden. Die Transferaktivitäten sind jedoch noch nicht abgeschlossen.

Heldt machte deutlich, dass der Kader mit bisher nur drei Neuzugängen noch nicht final sei. In den ersten Wochen der Vorbereitung soll die bestehende Mannschaft die Gelegenheit bekommen, sich beim Trainerteam zu beweisen. „Das ist vergleichbar mit dem Kennenlernen einer neuen Partnerin. Man sondiert, wie man miteinander harmoniert und reagiert. Nun beginnt die entscheidende Phase, in der jeder versucht, der Favorit zu sein.“

In den vergangenen Wochen wurde genau analysiert, wo Handlungsbedarf besteht, sodass die Transferaktivitäten in naher Zukunft an Fahrt gewinnen sollen. „Wir haben gute und zahlreiche Möglichkeiten, aber wir haben nicht die Kontrolle über den Transfermarkt. Wichtig ist, dass wir Ruhe bewahren“, fügte Heldt hinzu.

Darüber hinaus will der als Perfektionist bekannte Trainer ein gewisses Sieger-Gen in die Mannschaft integrieren. „Wir haben uns bewusst für einen neuen Weg entschieden. Um konkurrenzfähig zu bleiben, müssen wir einen anderen Fußball spielen“, sagte Heldt, der zugleich darauf hinwies: „Das ist einerseits eine Idee, andererseits aber ein Prozess, der Zeit braucht und Höhen und Tiefen mit sich bringt.“

Trotz der bisher sechs sieglosen Testspiele in Folge blickt der ehemalige Profi 19 Tage vor dem Pflichtspielstart im DFB-Pokal gegen Zweitligist Eintracht Braunschweig optimistisch nach vorne. „Zunächst müssen wir uns davon lösen, dass die Ergebnisse in der Vorbereitung entscheidend sind“, erklärte Heldt. Es gehe vielmehr darum, „Abläufe zu etablieren und nicht die Gegner aus dem Stadion zu schießen.“

Laut dem Funktionär hat Lustrinelli trotz der ausbleibenden Erfolge bereits eine spürbare Veränderung bewirkt. „Ich sehe ihn als jemanden, der jeden Tag mit enormer Energie zur Arbeit kommt. Das tut uns sehr gut“, so der 56-Jährige. Besonders beeindruckt habe ihn „die Präzision der Pässe im Training, die ich schon lange nicht mehr gesehen habe.“