Nationalspielerin entdeckt ihre eigene Wohnung plötzlich auf einem Kleinanzeigen-Portal
Lillestrøm (Norwegen) – „Diese Wohnung kenne ich doch!“ – so reagierte Jasmin Mansaray (21), als sie diesen Sommer ihre eigene Unterkunft plötzlich auf der norwegischen Kleinanzeigenplattform „FINN.no“ entdeckte. Nur wenige Tage später musste die finnische Nationalspielerin ausziehen, denn auch einige ihrer Mannschaftskolleginnen traf es ähnlich. Ihr Verein hatte versäumt, sie darüber zu informieren, dass er zahlungsunfähig geworden war.
Im Juli 2025 wechselte die Abwehrspielerin von Inter Mailand zum Lillestrøm SK Kvinner und bezog eine Wohnung, die ihr vom Club vermittelt worden war.
Ein Jahr lang fühlte sich die 21-Jährige in ihrer neuen Umgebung wohl und hatte keine Ahnung von den bevorstehenden Problemen. Doch dann kam der „Schock“, wie Mansaray im Gespräch mit dem norwegischen Rundfunksender „NRK“ berichtete.
„Wir planten eine Fahrt nach Bergen, als jemand aus unserem Team entdeckte, dass unsere Wohnungen auf FINN.no zum Verkauf standen“, erzählte die Verteidigerin.
Das Problem war, dass der siebenfache norwegische Frauenmeister Insolvenz angemeldet hatte und die Unterkünfte seiner Spielerinnen kurzerhand ohne Vorwarnung online gestellt wurden.
„Wir konnten es nicht glauben, denn uns war nicht bewusst, wie ernst die Lage wirklich war“, erinnerte sich Mansaray. „Wir fragten uns: ‚Was zum Teufel passiert hier? Wie kann sich alles so schnell ändern?‘“
Kurz darauf informierte der Vorstand die betroffenen Spielerinnen, dass sie ihre Wohnungen unverzüglich innerhalb von fünf Tagen räumen müssten.
Mansaray begann daraufhin, ihre Sachen zu packen und war unsicher, wie es mit ihrer sportlichen und privaten Zukunft weitergehen würde. Dennoch nahm die Geschichte zum Glück ein gutes Ende.
Bereits Anfang des Jahres war der LSK eine Partnerschaft mit Fet IL eingegangen. Der Verein aus der Gemeinde Fet in Akershus präsentierte schließlich einen Rettungsplan für den Partnerclub. Obwohl noch einige Details geklärt werden müssen, kann Lillestrøm so zumindest in dieser Saison wieder am Spielbetrieb teilnehmen.
Der Vorstand gab inzwischen zu, Fehler in der Kommunikation mit den Spielerinnen gemacht zu haben. Die Mietverträge seien einfach abgelaufen, und die finanzielle Situation habe die Lage verschärft.
„Wir wissen, dass das Unsicherheit auslöst, und im Nachhinein sehen wir ein, dass die Kommunikation klarer hätte sein müssen“, erklärte Vorstand Even Leira.
Nach einigen Wochen im Hotel konnte Mansaray inzwischen eine neue Wohnung beziehen. „Das waren sehr anstrengende Zeiten“, fasste die Finnin zusammen. „Habe ich einen Verein? Wie geht es weiter? Habe ich hier ein Zuhause? Solche Fragen gab es viele.“