Neuer Rückschlag nach dem WM-Aus: DFB-Zentrale offenbar Ziel einer Polizeirazzia
Köln/Frankfurt/Bochum – Nur wenige Tage nach dem Ausscheiden der deutschen Nationalmannschaft bei der WM wurde der Deutsche Fußball-Bund anscheinend erneut überrascht: Im Rahmen einer bundesweiten Durchsuchungsaktion soll das Landeskriminalamt Nordrhein-Westfalen (LKA NRW) auch die Zentrale des weltgrößten Sportverbands in Frankfurt am Main durchsucht haben. Der Fokus der Ermittlungen liegt auf der Heim-EM 2024.
„Untersucht werden mutmaßlich gewährte, nicht genehmigte Vorteile, unter anderem in Form von Einladungen zu Fußballländerspielen, die ein damals für eine der Gastgeberstädte tätiger Beschuldigter von Verantwortlichen der ausrichtenden Gesellschaft erhalten haben soll“, erklärten die Staatsanwaltschaft Bochum und das LKA NRW am Mittwochmorgen.
Darüber hinaus besteht der Verdacht, dass den Gastgeberstädten von Verantwortlichen der „Euro 2024 GmbH“ – einer gemeinsamen Gesellschaft von DFB und UEFA, die von der DFB-Zentrale aus die Organisation der Europameisterschaft leitete – exklusive Vorkaufsrechte auf Eintrittskarten eingeräumt wurden. Diese Rechte seien teilweise von den Städten genutzt und unterschiedlich weiterverwendet worden.
Wie die BILD berichtet, richten sich die Vorwürfe unter anderem gegen einen 66-jährigen Deutschen und einen 46-jährigen Franzosen. Neben der DFB-Zentrale in Frankfurt wurden demnach auch Rathäuser und kommunale Verwaltungen der damaligen Spielorte – unter anderem in Gelsenkirchen, Dortmund, Düsseldorf, Köln, Hamburg, München, Berlin und Stuttgart – durchsucht. Bei der Stadtverwaltung Leipzig soll zudem ein Herausgabeersuchen vollstreckt worden sein.
Dem Bericht zufolge war der 46-Jährige bei der „EURO 2024 GmbH“ für die Kontakte zu den Austragungsorten zuständig und soll in diesem Rahmen städtische Mitarbeiter zu den Spielen eingeladen haben. Zu den Eingeladenen soll auch der 66-jährige Mann aus Gelsenkirchen gehören, der zum Halbfinalspiel zwischen Spanien und Frankreich in München eingeladen wurde.
Auf Nachfrage von TAG24 wollte die Staatsanwaltschaft Bochum diese Informationen bislang nicht bestätigen, da das Verfahren noch läuft.
An der Aktion waren neben den Ermittlern der Staatsanwaltschaft Bochum und des LKA NRW auch Beamte der lokalen Polizeibehörden beteiligt.
Die Beschuldigten hatten laut Staatsanwaltschaft bisher keine Möglichkeit, sich zu den Vorwürfen zu äußern. Es gilt die Unschuldsvermutung.