Mentale Stärke wird beim Tabellenletzten geprüft, doch Verletzung trübt die Stimmung bei den Monarchs
Dresden – Gegen die Berlin Rebels fiel der Ausfall kaum ins Gewicht, und auch bei den Braunschweig Lions am Samstag um 16 Uhr wird es – bei allem Respekt – voraussichtlich kein großes Problem darstellen. Doch gegen die Top-Teams können die Dresden Monarchs diesen Ausfall nicht einfach so kompensieren.
Center Hermann Schramm (30) hat sich eine so schwere Knieverletzung zugezogen, dass er in dieser Saison nicht mehr einsatzfähig sein wird. Für Quarterback Rocky Lombardi (27) fehlt dadurch eine wichtige Schutzfunktion im Angriff. Ein souveräner Erfolg gegen die Lions, wie es bereits zum Saisonauftakt am 9. Mai mit 47:8 gelang, ist daher Pflicht – alles andere würde als Rückschlag gewertet werden.
Den Verlust eines ihrer Offensive Linemen müssen die Monarchs zunächst verkraften. Gerade deshalb wird die mentale Stärke im Eintracht-Stadion eine zentrale Rolle spielen.
„Niemand sollte die Begegnung auf die leichte Schulter nehmen. Unser größter Gegner könnte eine Überschätzung der eigenen Fähigkeiten sein“, warnte Headcoach Greg Seamon (70) vor dem Spiel.
Neben der Mentalität kommt der Defense erneut eine Schlüsselaufgabe zu: „Der gegnerische Quarterback ist der Dreh- und Angelpunkt. Wir müssen ihn unbedingt kontrollieren“, so Seamon. Im ersten Spiel gelang das nahezu perfekt. Doch seitdem hat sich Ryon Thomas (23) – buchstäblich – in Fahrt gebracht.
Der US-Amerikaner überzeugt mit großer Schnelligkeit, erlief in 67 Läufen 373 Yards und erzielte drei Touchdowns – nur ein Spieler in der GFL ist in dieser Hinsicht erfolgreicher. Allerdings ist das eher eine Ausnahme, denn bisher kamen nur drei weitere Touchdowns hinzu. Im Gegenzug hat die gegnerische Defense bereits sechs Lauf- und 16 Pass-Touchdowns zugelassen.
Dresdens Angriff besteht daher weiterhin darin, die Feinabstimmung zu verbessern. „In Berlin haben wir uns noch zu viele Eigenfehler geleistet“, betonte Seamon: „Perfekt ist man erst, wenn man die Meisterschaft gewinnt. Bis dahin arbeitet man immer an den Details.“
Dennoch wird der Ausflug nach Niedersachsen keineswegs zu einem Trainingsspiel. „Es handelt sich um einen langjährigen Rivalen, bei dem bestimmte Emotionen eine große Rolle spielen“, erklärte der Headcoach der Monarchs. „Sie werden alles daran setzen, als Außenseiter Dresden zu besiegen.“