Union-Trainer Lustrinelli bittet um Nachsicht und zieht ungewöhnlichen Vergleich
Von Jordan Raza, David Langenbein
Berlin – Nach einem enttäuschenden Start in die Saison appelliert Union-Coach Mauro Lustrinelli (50) an die Geduld der Anhänger des Bundesligisten.
Der 50-Jährige zieht während des Reifeprozesses seines Teams eine Parallele zu einem Kleinkind, das gerade erst das Fahrradfahren erlernt.
Im Umfeld des Vereins sei eine Widerstandskraft gefragt, wie sie ein zweijähriges Kind bei seinen ersten wackeligen Fahrversuchen zeigt – ein Kind, das dabei hinfällt, sich verletzt und sogar blutet. „Und das kann durchaus noch einmal passieren. Entscheidend ist, die Zuversicht nicht zu verlieren, resilient zu bleiben und diesen Weg mit voller Überzeugung weiterzugehen“, erklärte Lustrinelli.
Der Union-Trainer blickt damit auf die bevorstehende anspruchsvolle Partie voraus. Vor dem Spiel am Freitagabend (20.30 Uhr/Sky) gegen den FC Bayern gab er zu, dass sein Team die offensive Spielweise im Zuge der Umstellung auf eine Viererkette noch nicht verinnerlicht habe. Deshalb fehle momentan die Leichtigkeit im Spiel.
Nach den ersten drei Spieltagen belegt Union Berlin mit lediglich einem Punkt den Relegationsplatz 16. Besonders besorgniserregend ist neben der nach wie vor schwachen Offensive auch die Defensive, die mit zehn Gegentoren zur drittschlechtesten der Liga zählt.
Dass ausgerechnet der FC Bayern für die Köpenicker eine Art Angstgegner darstellt, erschwert die Aufgabe zusätzlich. In 14 Bundesliga-Duellen gegen den Rekordmeister blieb Union bislang sieglos: München gewann neunmal, fünf Spiele endeten unentschieden. Auch im DFB-Pokal-Achtelfinale der vergangenen Saison setzte sich Bayern mit 3:2 durch.
Abgesehen von den Langzeitverletzten wie Oliver Burke (29) und Marvin Friedrich (30) muss Union in München auch auf Rechtsverteidiger Josip Juranovic (31) verzichten. Für ihn wird voraussichtlich Kapitän Christopher Trimmel (39) zum ersten Mal in dieser Bundesliga-Saison in der Startelf stehen.