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„Hilflosigkeit neu definiert“: Nächste DFB-Ikone kritisiert Nationalmannschaft scharf

Frankfurt am Main – Kaum jemand im deutschen Fußball, der etwas auf sich hält, hat das frühzeitige Aus der deutschen Nationalelf bei der WM 2026 nicht bereits kommentiert. Nun reiht sich auch Matthias Sammer (58) in die Reihe der mahnenden Stimmen ein – und übt harte Kritik an der DFB-Auswahl.

Obwohl Sammer das Verhalten Argentiniens nach der Niederlage im WM-Finale nicht gutheißt, betonte er im Gespräch mit der Zeit:

„Ihre Art zu spielen ist mir deutlich lieber als das, was ich momentan bei der deutschen Mannschaft sehe. Bei ihnen erkenne ich weder auf sportlicher noch auf mentaler Ebene noch etwas. Das Team bringt mich dazu, den Begriff Hilflosigkeit völlig neu zu definieren.“ Eine deutliche Abfuhr für das deutsche Team!

Der ehemalige Nationalspieler vermisse bei den Deutschen viele Eigenschaften, die Spitzenteams wie Spanien oder Argentinien auszeichnen.

„Natürlich kann man an der Fitness arbeiten, auch Technik, Taktik und eine neue Spielphilosophie lassen sich entwickeln. Aber viel schwerer wiegt der Eindruck, dass unserer Mannschaft der unbedingte Wille zum Sieg fehlt“, so der externe Berater des BVB.

Deutschland war bei dem groß angelegten Turnier in den USA, Kanada und Mexiko bereits im Sechzehntelfinale an Paraguay gescheitert. Lediglich im Auftaktspiel gegen den Außenseiter Curaçao hatte das Team überzeugen können.

Für Sammer kam das überraschend: Er hatte erwartet, „dass eine deutsche Mannschaft bei einer WM zumindest die grundlegenden Voraussetzungen mitbringt, um im Turnier wie eine Maschine zu funktionieren“.

Doch die Spieler hätten keine Leistungsdiagnostik durchlaufen, die gezeigt hätte, ob sie körperlich in Topform sind.

„Leistung lässt sich organisieren – das wäre das Mindeste gewesen. Aber bei diesem Turnier ging es wie schon in den letzten Jahren nicht mehr wirklich um Leistung. Vielmehr standen Wohlfühlen und Unehrlichkeit im Vordergrund, Konflikte wurden ignoriert“, kritisierte der Europameister von 1996.

Trotz der harten Worte möchte Sammer nicht pessimistisch in die Zukunft blicken. „Wenn wir heute die richtigen Leitlinien und Inhalte festlegen, können wir in drei bis fünf Jahren wieder an der Weltspitze mitspielen“, erklärte der gebürtige Dresdner und signalisierte seine Bereitschaft, sein Wissen einzubringen.

„Ich habe den beiden wichtigsten Verantwortlichen im DFB angeboten, unserem Fußball inhaltlich zu helfen. Es geht dabei nicht um eine Position für Matthias Sammer, sondern um die inhaltliche Unterstützung“, so Sammer weiter. „Ich kenne mich damit aus, weil ich diese Aufgaben bereits sechseinhalb Jahre lang betreut habe – am Ende stand der WM-Titel 2014.“