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Markus Lanz von Zweifeln geplagt: „Ich war stets sehr stolz darauf“

Hamburg – Die schmerzliche Niederlage hinterließ auch bei Markus Lanz (57) deutliche Spuren: Am Dienstagabend thematisierte der Moderator in seiner Sendung das vorzeitige Aus der deutschen Fußballnationalmannschaft bei der Weltmeisterschaft. Besonders ein Beitrag des Bundeskanzlers regte bei ihm Zweifel hinsichtlich des internationalen Ansehens Deutschlands an.

So hieß es kurz nach dem Spiel auf dem offiziellen X-Profil von Friedrich Merz (70) über die Nationalmannschaft: „Mit eurem Engagement und Teamgeist bei dieser WM habt ihr unser Land begeistert. Wir sind stolz auf euch.“

Diese Worte sorgten für viel Aufsehen. Auch Lanz zeigte in der Sendung seine Unverständnis gegenüber diesem Lob-Tweet.

„Ich war immer sehr stolz darauf, wenn man sagen konnte, dass man aus Deutschland kommt [...]. Dieses Land wurde bewundert, man hat zwar manchmal die moralische Überzeugung als etwas anstrengend empfunden, aber im Grunde fand man, dass ihr vieles richtig macht. Ich habe das Gefühl, dass sich da etwas verschoben hat“, gab der Moderator offen zu.

Im Anschluss daran erinnerte ZDF-Korrespondent Ulf Röller (62) an das denkwürdige WM-Halbfinale 2014, als Deutschland Brasilien mit 7:1 besiegte. „Man wurde immer wieder darauf angesprochen, auch als wir für einen Dreh in Haiti waren.“ Der Erfolg oder Misserfolg beeinflusse das Ansehen also durchaus.

„Frau Barley, wie erleben Sie das? Gibt es heutzutage eine sogenannte ‚Shifting Baseline‘ bezüglich der Wahrnehmung Deutschlands in der Welt? Hat sich da etwas verändert – auch innerhalb der EU zum Beispiel?“, fragte Markus Lanz die SPD-Europaabgeordnete.

Die Politikerin antwortete: „Innerhalb der EU wird Deutschland weiterhin als treibende Kraft gesehen – vor allem wirtschaftlich, politisch jedoch gibt es Schwankungen. Ich würde sogar behaupten, dass Deutschlands Ruf eher unter der Deutschen Bahn gelitten hat als unter der Nationalmannschaft. Dieses Symbol sollte man nicht unterschätzen“, betonte sie.

Die vollständige, etwa 60-minütige Sendung mit allen Ansichten und Beiträgen ist in der ZDF-Mediathek auf Abruf verfügbar.