Götze reflektiert turbulente Monate unter Riera und kontert: „Spannend, wie er das formuliert hat“
Frankfurt am Main – Vier Monate voller Unruhe, unerfüllter Erwartungen und offenbar kaum persönlichem Austausch: Mario Götze (34) äußert sich zu der stürmischen Zeit unter Eintracht Frankfurts Ex-Trainer Albert Riera (44) und reagiert dabei auch auf dessen öffentliche Kritik am Weltmeister von 2014.
Riera hatte nach seinem Abschied noch einmal nachgelegt und sinngemäß betont, dass allein der Titel als Weltmeister nicht bedeute, dass man machen könne, was man wolle – eine Aussage, die als Seitenhieb gegen Götze verstanden wurde. Im aktuellen Interview mit der Bild zeigt sich der 34-Jährige zwar äußerlich ruhig, kann sich jedoch eine spitze Erwiderung gegenüber seinem früheren Coach nicht verkneifen.
„Ich glaube, dass ich bislang mit allen Trainern in meiner Laufbahn ein gutes Verhältnis gepflegt habe. Wenn er meint, dass er es so ausdrücken muss, soll er das tun. Es ist aber – nennen wir es mal interessant – wie er das formuliert hat. Das würde ja voraussetzen, dass wir häufiger im Austausch gewesen wären oder uns gut kennen. Tatsächlich war das aber nicht der Fall. Wenn er das in seiner eigenen Wahrnehmung so sieht, kann er das gerne tun“, sagt Götze.
Eine bemerkenswerte Aussage, die darauf hindeutet, dass der persönliche Kontakt zwischen Riera und einem der wichtigsten Spieler der Eintracht deutlich geringer war, als es die Kritik des Spaniers vermuten ließ.
Auf die Frage, ob die vergangenen vier Monate unter Riera die verrücktesten seiner Karriere gewesen seien, antwortet Götze mit Nachdruck: „Das kommt dem schon sehr nahe, es war eine außergewöhnliche Zeit. Diese Monate waren extrem intensiv. Vieles lief nicht so, wie wir es uns vorgestellt hatten – für mich persönlich, den Verein und die Mannschaft.“
Er relativiert jedoch: „Aber das ist mittlerweile Geschichte. Ich möchte nicht mehr allzu viel darüber sprechen. Fußball ist nun einmal Ergebnissport. Es hat nicht funktioniert, deshalb hat der Verein schnell und konsequent gehandelt. Ich halte es aber für falsch, die Verantwortung allein einer Person zuzuschieben. Jeder sollte seine Leistung hinterfragen. Nur so kann man besser werden.“
Nach dem kurzen und letztlich erfolglosen Intermezzo mit Riera kehrt bei der Eintracht nun wieder Ruhe ein. Dafür sorgt Adi Hütter (56), der nach seiner Verpflichtung direkt zum Telefon griff und Götze persönlich kontaktierte. Für den Offensivspieler war das ein wichtiges Signal.
„Das Gespräch war sehr gut. Man spürt an seiner Trainingsweise, seiner Art zu sprechen und wie er mit Menschen umgeht – nicht nur mit der Mannschaft –, dass er eine große Qualität besitzt“, so der Rechtsfuß.
„Die Klarheit, mit der er Dinge anspricht und mit wenigen Worten viel bewirken kann, ist beeindruckend. Das ist wirklich eine besondere Fähigkeit“, zeigt sich Götze von der direkten Art des neuen Eintracht-Coaches begeistert. Gerade nach den Kommunikationsproblemen der letzten Monate könnte genau diese Klarheit für Frankfurt besonders wertvoll sein.
Bundesliga-Tabelle
Die Tabelle der Bundesliga hat folgende Bedeutung: Der Tabellenführer am Saisonende wird Deutscher Meister. Die Teams auf den Plätzen 17 und 18 steigen in die 2. Bundesliga ab. Der Drittletzte (Position 16) spielt in der Relegation um den Klassenerhalt gegen den Drittplatzierten der 2. Bundesliga.