Ljubicics späte Erlösung sichert Union den Einzug in die nächste Runde: „Ich will hier bleiben!“
Berlin – Man könnte sagen, Union Berlin hatte mit Marin Ljubicic (24) das nötige Quäntchen Glück: Mit zwei Treffern und einer Vorlage sicherte der Stürmer den Sieg im DFB-Pokal gegen Eintracht Braunschweig (4:2) und damit den Einzug in die nächste Runde.
Kaum eingewechselt, leitete der Joker per Kopfball den Treffer von Tom Rothe (21) ein, der nur noch einschieben musste (63. Minute). Nur neun Minuten danach zeigte Ljubicic erneut sein Gespür im Luftkampf: Nach einem Abpraller stand er genau richtig und köpfte den Ball zum 3:2 ins Tor (72.).
Das nennt man wohl echten Torriecher – Ljubicic war stets am richtigen Ort im Strafraum. Beim zweiten Treffer profitierte der Kroate zwar von einem Fehler des Gegners, blieb vor Torhüter Ron-Thorben Hoffmann (27) aber ruhig und vollendete mit einem feinen Heber (90.+4). Damit besiegelte er den spannenden Pokalabend.
„Marin hat diese Woche extrem hart gearbeitet und wurde dafür belohnt. Er ist ein Spieler, der immer alles gibt. Im Strafraum kann er seine Chancen nutzen, das hat er heute unter Beweis gestellt“, lobte Trainer Mauro Lustrinelli (50) auf der Pressekonferenz. „Für einen Stürmer ist es eine schöne Aufgabe, die Arbeit der Mannschaft zu krönen, und genau das hat er getan. Ich freue mich sehr für ihn.“
Bislang verlief Ljubicics Zeit bei Union eher schwierig. Für vier Millionen Euro aus Österreich verpflichtet, galt der Angreifer schnell als Fehlgriff. Nach einem vielversprechenden Debüt blieb der Erfolg aus, und der Stürmer wurde bald als „Sturm-Flop“ abgestempelt.
Als unter Trainer Steffen Baumgart (54) endlich wieder Einsatzzeiten und Tore folgten, wurde Ljubicic an Fortuna Düsseldorf ausgeliehen – wo ihm jedoch kein Treffer gelang. Fortuna stieg ab, doch nun meldet sich der einstige Fehleinkauf bei Union eindrucksvoll zurück: „Was soll ich sagen? Ich bin sehr glücklich – für mich, die Mannschaft und den Verein“, kommentierte der Doppeltorschütze.
Obwohl es wegen der großen Konkurrenz im Sturm und des vollbesetzten Kaders eigentlich als wahrscheinlich galt, dass Ljubicic den Klub erneut verlassen würde, hat der 24-Jährige keine Wechselabsichten. „Das letzte Jahr lief nicht optimal für mich. Jetzt bin ich zurück, um dem Team und dem Trainer zu beweisen: Ich bin fit. Ich möchte hier bleiben!“
Union zeigte sich trotz zweimaligem Rückstand unbeeindruckt, baute auf seine bewährten Standardsituationen – und auf Ljubicic.
Der Pokal-Thriller verdeutlichte jedoch auch, dass die Berliner unter ihrem neuen Coach Lustrinelli noch mit größeren Umstellungsproblemen zu kämpfen haben. Der neue spielerische Stil des Schweizers geht derzeit zulasten der gewohnt hohen Defensivstabilität.
„Wir schaffen es noch nicht, über die gesamten 90 Minuten das nötige Tempo und die Intensität aufrechtzuerhalten“, erklärte Lustrinelli. „Aber ich denke, dass das heute unser bisher bestes Spiel in dieser Saison war.“