Rapp schnürt beim St.-Pauli-Training die Leibchen: Warum seine Spieler Respekt haben
Hamburg – Für die Zuschauer beim Training des FC St. Pauli gab es am Dienstag eine überraschende Szene: Marcel Rapp (47) schnappte sich spontan ein Leibchen und schnürte selbst die Schuhe. Für die Kicker auf dem Platz hatte das vor allem eine Bedeutung.
Von diesem Moment an richteten die Kiezkicker ihren Fokus nicht mehr nur auf die Anweisungen ihres Trainers, sondern beobachteten ihn auch ganz genau. „Das macht er öfter, um uns zu verdeutlichen, wie wir spielen sollen“, erklärte Arkadiusz Pyrka (24) nach der Trainingseinheit im Gespräch mit den Medien.
Doch kann Rapp heute noch mit den Profis mithalten? „Er ist nach wie vor sehr fit“, lautete Pyrkas Einschätzung. Würde er sich allerdings auch trauen, gegen seinen Trainer in den Zweikampf zu gehen? „Nein, niemals – davor habe ich wirklich Respekt!“
Der Pole, der in dieser Saison bereits zwei Torvorlagen gesammelt hat und damit vereinsintern die Rangliste anführt, äußerte sich außerdem zum eher durchwachsenen Start seiner Mannschaft.
„Ich bin nicht zufrieden“, gestand der 24-Jährige offen. „Wir haben wirklich starke Spiele gezeigt und waren oft besser als der Gegner, doch Punkte konnten wir nicht einfahren.“
Aus seiner Sicht war St. Pauli in vielen Begegnungen das dominierende Team, doch letztlich blieb der verdiente Lohn in Form von drei Punkten aus. „Unser Fokus muss jetzt voll auf dem Sieg liegen – wir müssen die drei Punkte holen“, sagte er mit Blick auf das anstehende Spiel am Sonntag gegen den KSC.
Dass die Mannschaft trotz der langen Länderspielpause in guter Verfassung ist, bewies der Auftritt gegen Gladbach. „Wir waren das bessere Team, und ich freue mich, dass wir als Einheit zusammenwachsen. Nun gilt es, diese Leistung auch in der Liga auf den Platz zu bringen“, betonte Pyrka.
Wenn er seine Leistung weiterhin zeigt, könnte eine Nominierung für die polnische Nationalmannschaft im November erneut in Reichweite sein.
„Ich weiß genau, was von mir erwartet wird, und muss vor allem konstant gute Leistungen bringen“, erklärte er und verwies auf die starke Konkurrenz auf seiner Position.
Dieses Mal verfolgte er die Spiele von Lewandowski & Co. nur vor dem Fernseher, nutzte die Zeit aber, um bei seiner Familie in Polen zu sein.
„Ich war in Polen“, sagte er. Vielleicht wird es beim nächsten Mal ja kein Urlaub sein.