Marcel Bär bleibt nach dem Abstieg mit Aue in der 4. Liga: „Ich bin froh, hier zu sein“
Aue – Als Marcel Bär (34) noch in der Regionalliga Nordost aktiv war, hätte beim FC Erzgebirge Aue wohl kaum jemand gedacht, dass der Klub eines Tages in eine solche Lage geraten könnte. In der Saison 2015/16 stand der Stürmer beim Carl Zeiss Jena unter Vertrag. Nun begleitet er Aue nach dem Abstieg in die vierte Liga. Er gehört zu den vier Spielern, die aus dem Kader des Vorjahres geblieben sind.
Sein Verbleib im „Amateurbereich“ sendet ein deutliches Signal an die Mannschaft, das Umfeld und vor allem die Fans. Mit dieser Entscheidung kehrte ein Gefühl von Hoffnung zurück ins Erzgebirge.
Für den 34-Jährigen ist das eine Herzenssache: „Das war eine bewusste Wahl meinerseits. Ich bin froh, hier zu sein und hoffe, dass wir gemeinsam viel erreichen können. Mal sehen, wie die Jungs drauf sind – ich habe sie jetzt zum ersten Mal beim Trainingsstart gesehen“, erklärte er nach der ersten Trainingseinheit.
Bär möchte den missglückten Abstieg wieder ausbügeln und hofft, dass die Integration der zahlreichen Neuzugänge schnell gelingt.
„Das Entscheidende ist, dass man sich rasch findet, gerade wenn so viele neue und unterschiedliche Charaktere zusammenkommen. Die Herausforderung besteht darin, sich zu koordinieren und zusammenzuwachsen. Uns stehen fünf Wochen Vorbereitung bevor. Nächste Woche fahren wir ins Trainingslager, das wird der Mannschaft guttun. In so einer Liga ist es enorm wichtig, eine starke Gemeinschaft zu formen. Darauf wird es letztlich ankommen.“
Bär wird aller Voraussicht nach weiterhin das Kapitänsamt bekleiden, die Binde hatte er Mitte der Rückrunde von Martin Männel (38) übernommen. Er will und wird vorangehen.
„Natürlich nehme ich eine Führungsrolle ein. Gleichzeitig bin ich aber auch auf die erfahrenen Spieler angewiesen. Gemeinsam tragen wir die Verantwortung dafür, dass es in der Kabine gut läuft. Sorgen mache ich mir deshalb nicht“, so der Angreifer.
Obwohl der Schmerz über den Abstieg noch nicht ganz verflogen ist, blickt er inzwischen mit Vorfreude auf die Regionalliga. Für ihn ist sie kein unbekanntes Terrain, auch wenn er dort nur eine Saison für Jena spielte.
„Die Liga ist spannend und geprägt von intensiven Derbys. Es hat immer Spaß gemacht, dort zu spielen, weil es richtig zur Sache geht. Ich denke, wir können uns darauf freuen. Ich weiß, worauf es in dieser Liga ankommt.“