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Verärgerter Neuer weist jede Verantwortung von sich, doch die Debatte um den Torwart ist längst entfacht

New Jersey (USA) – Erneut blieb das Tor nicht sauber! Im Spiel gegen Ecuador kassierte die deutsche Nationalmannschaft die Tore Nummer drei und vier des Turniers, wodurch erstmals Punkte verloren gingen. Torhüter Manuel Neuer (40) sieht die Schuld jedoch keinesfalls bei sich selbst – dennoch kann er eine erneute Diskussion um seine Rückkehr nicht verhindern.

Nach dem Spiel stellte der Stammtorwart klar, dass er die Gegentore, insbesondere den Treffer von Gonzalo Plata (25) zum 2:1, bei dem Neuer einen abgefälschten Kopfball im Fünfmeterraum aufnehmen wollte, aber Plata mit dem Fuß zuerst am Ball war, nicht auf seine Kappe nehme.

Selbstkritik nach einem Gegentor, bei dem Neuer auf den TV-Bildern zumindest etwas unglücklich wirkte? Fehlanzeige.

„Nein“, entgegnete der 40-Jährige leicht gereizt. Es sei eine ganz normale Kopfballweiterleitung gewesen: „Jeder Torhüter, der schon gespielt hat, weiß, dass ich mich so positionieren muss, um den Ball zu fangen.“

Dies sei die sicherste Variante gewesen. Am Ende sei es wie bei einem Feldspieler: Wenn der Gegner eine Fußspitze eher am Ball hat, kann man nichts machen. „Wenn ich aber im Fünfmeterraum auf Höhe der Brustwarze die Bälle herumpatschen würde, könnte es sogar zu einem Eigentor kommen.“

Auch seine Mannschaftskameraden wollten keine Schuld bei dem fünffachen Welttorhüter sehen, dennoch ist die Torhüter-Diskussion längst eröffnet.

Beim Comeback des Weltmeisters von 2014 hinterlässt Neuer bislang keinen überzeugenden Eindruck, was auch daran liegt, dass er kaum Möglichkeiten bekommt, sich auszuzeichnen.

Bislang kamen nur sieben Schüsse auf das Tor des Bayern-Keepers, von denen vier den Weg ins Netz fanden. An keinem der Schüsse war Neuer wirklich schuld – dennoch präsentierte er sich nicht so, wie Bundestrainer Julian Nagelsmann (38) es sich bei seiner Rückkehr erhofft hatte.

„Jeder weiß, welche Ausstrahlung Manu besitzt, welche Qualitäten er mitbringt und welchen Rückhalt er der Mannschaft gibt“, hatte Nagelsmann bei der Kaderbekanntgabe betont. Neuer verleihe dem Team Sicherheit, sein Name erzeuge Respekt bei den gegnerischen Stürmern und habe eine positive Wirkung auf die eigene Mannschaft.

„Er ist außerdem ein Spieler, der viele besondere Momente schaffen kann, und gerade bei einem Turnier braucht man genau solche Spieler“, erklärte der Bundestrainer bereits im Mai.

Auf diese besonderen Momente wartet das deutsche Fußballpublikum bislang vergeblich. Sollte Neuer im Sechzehntelfinale am Montag, voraussichtlich gegen Paraguay, erneut nicht zu der Form zurückfinden, wegen der er zurückgeholt wurde, dürften die bereits jetzt lauter werdenden Rufe nach Oliver Baumann (36) noch lauter werden.