Maciejewski verwandelt Schacht in der Schlussminute in ein Tollhaus – Aue bezwingt BFC Dynamo
Aue – Was für ein Kraftakt! Erzgebirge Aue sicherte sich am Donnerstagabend vor 10.265 Zuschauern durch einen späten Treffer von Tim Maciejewski in der 90. Minute mit 3:2 (2:1) gegen den BFC Dynamo den ersten Heimsieg der Saison.
Dieses Spiel hatte wirklich alles zu bieten: von einem Anwärter auf das "Tor des Monats" über Maciejewskis glücklichen Treffer bis hin zu einer Auer Abwehr, die dringend stabiler werden muss – und natürlich eine grandiose Atmosphäre im Stadion.
Bereits zu Beginn gab es die bekannten Proteste gegen die Regionalliga-Reform, weshalb der Ball eine Minute lang ruhte. Aus dem Auer Fanblock stimmte der Capo, zugleich Mitglied im Aufsichtsrat des FCE, den Ruf „Scheiß NOFV“ an.
Als das Spiel fortgesetzt wurde, fanden die Veilchen schnell zu ihrer Form. Nach einem folgenschweren Fehler von Diren-Mehmet Günay in der eigenen Gefahrenzone spielte Nils Lihsek (6.) den Ball perfekt in den Lauf eines defensiven Mittelfeldspielers, der jedoch aus kurzer Distanz knapp links am Tor vorbeischoss.
Wie Cheftrainer Khvicha Shubitidze vor dem Spiel betonte: „Wir müssen die klaren Chancen besser nutzen.“ Dies bestätigte sich direkt zu Beginn.
Doch das erste Tor ließ nicht lange auf sich warten, denn Aue agierte jetzt sehr dominant und brachte die Gäste immer wieder zu Fehlern. BFC-Keeper Paul Hainke versuchte von hinten aufzubauen, doch ein missglückter Pass ins Mittelfeld landete beim aufmerksamen Devin Angleberger (20.), der die Chance nutzte, dass Hainke weit vor seinem Tor stand, und aus 48 Metern ohne zu zögern zum 1:0 einnetzte.
Der BFC zeigte sich jedoch wenig später ebenfalls gefährlich und offenbarte – wie schon zuvor gegen VSG Altglienicke – Schwächen in der Abwehr. Levin Mattmüller spielte den Ball zu Joey Breitfeld, während Bastian Strietzel viel zu weit von seinem Gegenspieler entfernt war. Breitfeld glänzte und legte per Hacke für Ludwig Bölke (23.) auf, der zum 1:1 einschoss.
Im weiteren Verlauf drängte Aue erneut in Richtung Berliner Tor. Linus Queißer (44.), nach seiner Oberschenkelverletzung zurück in der Startelf, wurde von Marcel Bär nach einem gewonnenen Kopfballduell von Strietzel hervorragend freigespielt und nutzte seine Schnelligkeit auf der linken Seite zum 2:1.
Bemerkenswert war, wie aggressiv Aue das Pressing gestaltete und den Gegner im Spielaufbau immer wieder störte. Allerdings zeigte sich die Defensive des Schachts weiterhin anfällig. So konnten Strietzel und Stylianos Kokovas am Fünfmeterraum die Hereingaben von Califo Balde und Rufat Dadashov (54.) nicht klären, woraufhin BFC-Kapitän Dadashov die Kugel an Max Uhlig vorbeispitzelte und den Ausgleich erzielte.
Fünf Gegentore in drei Spielen sind eindeutig zu viel! Hätte Leander Fritzsche (82.) nicht knapp am Tor vorbeigespielt, hätte es noch schlimmer für Aue kommen können. Doch am Ende blieb der glückliche Siegtreffer den Gastgebern vorbehalten.
Regionalliga Nordost – Tabelle
Der diesjährige Meister der Regionalliga Nordost steigt direkt in die 3. Liga auf.