„Gravierende Unstimmigkeiten“: Rassismus-Ermittlungen gegen Pokalgegner von Lok Leipzig eingestellt
Leipzig – Leider gehören rassistische Beleidigungen im Fußball nach wie vor zum traurigen Alltag. Nun ist ein weiterer mutmaßlicher Vorfall in Leipzig bekannt geworden.
Dem Bericht zufolge soll ein Spieler des SV Liebertwolkwitz im Saisonauftaktspiel gegen den SV Lipsia Eutritzsch am 14. August einen Gegenspieler rassistisch beleidigt haben. Der betreffende Spieler weist die Vorwürfe jedoch „von Beginn an entschieden zurück“.
Der SV Liebertwolkwitz hat die Anschuldigungen selbst öffentlich gemacht – und zwar nachdem das Verfahren beim Sächsischen Fußballverband (SFV) eingestellt wurde. Laut SFV-Sprecher Alexander Rabe, der auf Anfrage von TAG24 Auskunft gab, wurde der Gastgeber lediglich wegen fehlendem Ordnungsdienst zu einer Geldbuße von 125 Euro verurteilt.
Im Verlauf des Verfahrens seien „erhebliche Widersprüche in den Aussagen der beteiligten Spieler und Zeugen“ zum Vorschein gekommen, teilte der Siebtligist mit. Zudem wird der Spielverlauf als möglicher Auslöser des Konflikts angesehen.
Liebertwolkwitz hatte das Spiel mit 2:1 für sich entschieden, nachdem Clemens Bräuer und Benjamin Bernstein getroffen hatten. Zwischenzeitlich hatte Maximilian Stöckmann den Ausgleich erzielt.
„Als Verein positionieren wir uns klar und ohne Einschränkungen gegen jede Form von Rassismus und Diskriminierung“, heißt es in einer Stellungnahme des zukünftigen Sachsenpokal-Gegners des 1. FC Lok Leipzig. „Gerade deshalb erwarten wir einen verantwortungsbewussten Umgang mit solchen Vorwürfen, da diese für den Beschuldigten weitreichende persönliche, sportliche und gesellschaftliche Folgen haben können.“ Ohne eine fundierte Beweislage werde dem Betroffenen nur Schaden zugefügt, zudem sei Rassismus „zu gravierend“, um unbegründete Vorwürfe in den Raum zu stellen.
Für den SV Lipsia ist der Fall damit abgeschlossen – insbesondere durch die Einstellung des Verfahrens. Vorangegangene Versuche, das Gespräch mit den Liebertwolkwitzern zu suchen, seien abgelehnt worden, bemängelt Geschäftsführer Arvid Schröpfer gegenüber TAG24.
Erstmeldung: 23. September, 13:15 Uhr. Letzte Aktualisierung: 25. September, 13:57 Uhr.