Fußball-Spektakel in Leipzig: Lok verliert trotz 3:1-Führung
Leipzig – Durch eine herausragende Leistung von Ayodele Adetula und einen cleveren Treffer von Djamal Ziane führte der 1. FC Lokomotive Leipzig zunächst souverän mit 3:1 gegen Rot-Weiß Erfurt. Doch am Ende drehte der Tabellenführer die Partie noch und besiegte den Meister mit 4:3 vor heimischer Kulisse.
Die Erfolgsgeschichte der Leipziger gegen RWE schien zunächst Bestand zu haben. Die letzten drei Begegnungen hatte der Doppelmeister allesamt für sich entschieden, der letzte Sieg der Erfurter in Probstheida liegt bereits 46 Jahre zurück.
Besonders Adetula zeigte großes Engagement, um die Erfolgsserie seines Teams auszubauen. In der 28. Spielminute eroberte Dorian Cevis den Ball auf der gegnerischen Seite, woraufhin Adetula ohne Zögern mit seinem zweiten Kontakt aus der Distanz ins lange Eck traf – 1:0 für Lok.
Schon zuvor hätte es für die Hausherren einen Elfmeter geben können: Farid Abderrahmane wurde im Strafraum von RWE-Kapitän Til Schwarz von hinten gegen den Rücken gestoßen, doch Schiedsrichter Sirko Müke wertete die Aktion nicht als Foul (23.).
Bei den Leipzigern, die auf den rotgesperrten Jan-Philipp Stein und den verletzten Lukas Wilton verzichten mussten, kamen Jonas Arcalean und Pepe Böhm als Ersatzspieler zum Einsatz. Mit der knappen Führung im Rücken ging es in die Halbzeitpause. Torjäger Romario Hajrulla von Erfurt, ein ehemaliger Leipziger, erlitt vor den 6060 Zuschauern vermutlich einen Muskelfaserriss und musste bereits vor dem Seitenwechsel ausgewechselt werden.
Die Freude über die Pausenführung währte jedoch nicht lang. Luca Kerkemeyer, der neu in der Startelf der Thüringer stand, brachte den Ball unangenehm an den langen Pfosten. Torwart Jonas Wendlinger verließ seinen Kasten, konnte Schwarz’ unbedrängten Kopfball jedoch nicht verhindern – 1:1 (52.).
Rot-Weiß Erfurt übernahm nun die Initiative, Lok stand zunehmend unter Druck. Doch mitten in der Drangphase gelang den Gastgebern erneut der Führungstreffer. Adetula spielte eine flache Flanke vors Tor, wo sich Keeper Lorenz Otto und Kerkemeyer missverstanden. Djamal Ziane nutzte die Unstimmigkeit eiskalt und schob den Ball zwischen den gegnerischen Spielern hindurch zum 2:1 ein (57.).
Der Spitzenreiter wirkte angeschlagen und musste kurz darauf sogar das dritte Gegentor hinnehmen. Wieder war Adetula der Vorbereiter, seine präzise Hereingabe vollendete Eren Öztürk am langen Pfosten zum 3:1 (61.).
Doch die Partie sollte noch eine überraschende Wendung nehmen. Nach einer Ecke brachte Pepe Böhm den Ball aus Versehen per Schulter ins eigene Netz – 3:2 (71.). Wenig später verursachte Wendlinger einen strittigen Elfmeter, den Stanislav Fehler zum 3:3 verwandelte (77.).
Der traurige Höhepunkt folgte in der Nachspielzeit: Dustin Forkel erzielte bei einem Konter das entscheidende 4:3 für die Gäste (90.+2).
Tabelle Regionalliga Nordost
Der aktuelle Meister der Regionalliga Nordost sichert sich in dieser Saison den direkten Aufstieg in die 3. Liga.