Meister Lok Leipzig beobachtet, wie zwei Abstiegsklubs die 3. Liga betreten
Leipzig – „Euer System ist krank“ – so stand es auf einem großen Banner, das die Lok Leipzig-Fans nach der 1:2-Niederlage in Würzburg hochhielten. Als Meister der Regionalliga Nordost scheiterte Blau-Gelb erneut an den Aufstiegsspielen. Das Ganze wirkt ohnehin schon absurd und ungerecht. Durch die Entscheidungen vom Mittwoch wird die Situation nun noch viel bitterer.
Grund dafür ist der Zwangsabstieg von 1860 München, der überraschend einen freien Platz in der 3. Liga geschaffen hat. Neben den Würzburger Kickers, die sich mit zwei überzeugenden Siegen gegen Lok und trotz nur Platz zwei in der Bayernliga den Aufstieg verdient haben, wäre es eigentlich nur logisch, wenn Leipzig ebenfalls aufsteigen dürfte.
Gleichzeitig könnte man damit ein Signal senden, dass künftig das Kompassmodell Anwendung findet und der Aufstieg von Lok zeigen würde, wie ungerecht die Regionalliga Nordost in den vergangenen Jahrzehnten behandelt wurde.
Doch jetzt zurück zur Realität: So einfach läuft es natürlich nicht.
Die Vorschriften des DFB gemäß Paragraf 55a der Spielordnung für die 3. Liga geben hier keinen Spielraum.
Dort heißt es: „Wird einem Verein, der der 3. Liga zugeordnet ist, die bereits für die kommende Saison erteilte Zulassung vor dem ersten Spieltag entzogen oder eine beantragte Zulassung verweigert, obwohl er sportlich nicht abgestiegen ist, oder gibt er diese zurück, gilt er, vorbehaltlich der geltenden Zulassungsvoraussetzungen, als Absteiger in die vierte Spielklasse und wird an das Tabellenende der 3. Liga der vorherigen Saison gesetzt. Die Zahl der sportlich abgestiegenen Mannschaften der letzten Spielzeit verringert sich entsprechend.“
Übertragen auf die aktuelle Lage bedeutet dies, dass der TSV Havelse wohl in der 3. Liga verbleibt. In den vergangenen Tagen hatten sich Erzgebirge Aue große Hoffnungen gemacht, diesen Platz einzunehmen.
Da die Niedersachsen ihr ursprüngliches Stadionproblem offenbar lösen konnten, scheint der Abstieg der Veilchen endgültig besiegelt zu sein.
Lok Leipzig bleibt in diesem Zusammenhang ohnehin nur die Rolle des Zuschauers. Nach dem verpassten Aufstieg und der Trennung von Trainer Jochen Seitz (49) steht für Blau-Gelb zunächst vor allem eines im Vordergrund: sich neu aufzustellen.