Horror-Start und Glück in Unterzahl – Ex-Auer sorgt für Feier bei Meister Lok Leipzig
Luckenwalde – Der Regionalliga-Champion 1. FC Lokomotive Leipzig ist mit einem Comeback-Sieg in die neue Saison gestartet. Trotz eines frühen Rückstands gewannen die Gäste am Freitagabend mit 3:1 (1:1) beim FSV Luckenwalde.
Wie bringt man den niedergeschlagenen Meister, der erneut den Aufstieg in die 3. Liga verpasste, zu Beginn der neuen Spielzeit ordentlich aus dem Konzept? Indem man schnell ein Tor erzielt – und genau das gelang den Brandenburgern!
Nach einer punktgenauen Flanke von Clemens Koplin köpfte Felix Pilger bereits nach 116 Sekunden am langen Pfosten zum 1:0 ein (2.). Für den ehemaligen Meuselwitzer war es das erste Regionalliga-Tor seit Mai 2025 – damals noch im Trikot seines vorigen Vereins FSV Zwickau.
Fast wäre es sogar ganz schlecht für Lok gekommen. Torwart Andreas Naumann, der gegen die grelle Sonne blickte, spielte Pilger den Ball zurück, korrigierte seinen Fehler jedoch mit einem Hechtsprung in die andere Richtung – dabei berührte er den Ball außerhalb des Strafraums mit der Hand. Das hätte in der 8. Minute die rote Karte für den Leipziger Schlussmann bedeuten müssen!
Das Team von Neutrainer Patrick Weiser – Vater des Bundesliga-Profis Mitchell Weiser – überließ den Leipzigern vor 1854 Zuschauern danach das Spielfeld. Diese versuchten es nun auch aus der Distanz und wurden schließlich belohnt.
Dorian Cevis traf mit einem satten Schuss aus 25 Metern genau in die obere rechte Ecke zum 1:1-Ausgleich (23.). Ein sehenswertes und enorm wichtiges Tor gegen das nun tiefstehende Luckenwalder Team.
Andreas Naumann, der eigentlich längst vom Platz hätte müssen, dürfte erleichtert gewesen sein, als Schiedsrichter Kai Kaltwaßer zur Pause pfiff. Nach dem Seitenwechsel hatte er die Sonne dann endlich im Rücken.
Auch in der zweiten Halbzeit war der qualitative Vorteil bei den Leipzigern erkennbar, den der neue Trainer Torsten Ziegner aber noch auf der Anzeigetafel sehen wollte.
Besonders bitter verlief der Freitagabend für Ayodele Adetula. Der erfolgreichste Torschütze von Lok aus der Vorsaison wurde gleich zwei Mal bei Toren zurückgepfiffen – einmal wegen Abseits, einmal wegen eines vorangegangenen Handspiels.
Dann sorgte ein Einwechselspieler für die Wende. Neuzugang Ricky Bornschein nutzte in der 82. Minute einen Fehler von Keeper Kevin Tittel aus, der bei einer Flanke von Tobias Dombrowa falsch einschätzte. Der ehemalige Auer setzte den Fuß dazwischen – 2:1 für Lok.
Den 3:1-Endstand erzielte schließlich der zuvor glücklose Adetula nach einer Hereingabe des neuen deutsch-rumänischen Spielers Patrick Vuc (85.).