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Lok-Trainer Ziegner kritisiert nach 3:4-Krimi seinen Vize-Kapitän: „Unakzeptabel!“

Leipzig – Der erste Sieg von Erfurt bei Lok Leipzig nach 46 Jahren war weitaus mehr als ein einfacher Dreier. Das 4:3 unterstreicht die enorme Stärke von Rot-Weiß in dieser Saison und offenbart gleichzeitig die wiederkehrenden Fehler bei Blau-Gelb.

„Wir sollten auf den ersten 60 Minuten aufbauen, die waren wirklich überzeugend“, zog Ayodele Adetula (28), der mit einem Tor und zwei Assists alle drei Leipziger Treffer vorbereitete oder erzielte, Bilanz. Lediglich die anschließend nachlässige Defensive sieht der Stürmer als großes Problem an – ein Manko, das sich durch die gesamte Spielzeit zieht.

23 Gegentore nach elf Partien sind für den zweifachen Meister viel zu viel, bei nur vier Erfolgen reicht es nicht, um Anschluss an Spitzenreiter Erfurt zu halten, der nun zwölf Punkte Vorsprung hat.

Torsten Ziegner (48), Cheftrainer von Lok, bezeichnete das Duell als „unglaublich intensives Spiel“, übte aber auch deutliche Kritik an seinem Vize-Kapitän Farid Abderrahmane (30). Dessen Ballverlust in der Nachspielzeit, der den 3:4-Endstand besiegelte, war für Ziegner „ein absolutes No-Go, das darf nicht passieren.“

Seiner Ansicht nach habe der „unermüdliche Wille der Mannschaft, immer präsent zu sein, zu helfen, offensiv zu agieren und nicht irgendwann einen Gang zurückzuschalten, um das 3:1 zu verwalten“, am Ende zu ihrem Nachteil gewirkt, erklärte er im MDR-Interview.

Der Nachfolger von Jochen Seitz (49), dem neuen Trainer in Wiesbaden, riet seiner Mannschaft dazu, in solchen Situationen auch mal den Ball mit voller Kraft ins Publikum zu schlagen, wenn man eine komfortable Führung hat – so wie es die Probstheidaer getan hatten.

Aus Leipziger Sicht besonders ärgerlich war die Szene vor dem 3:3-Ausgleich: Dustin Forkel (21) von Erfurt ging im Zweikampf im Strafraum mit Keeper Jonas Wendlinger (26) zu Boden. Für den Sohn des ehemaligen Formel-1-Fahrers Karl Wendlinger (57) war das ein falscher Pfiff, da er zuerst den Ball berührt und dann Forkel zu Fall gebracht habe: „Für mich müsste eindeutig sein, dass der Ball seine Richtung ändert.“

Schiedsrichter Sirko Müke (36) sah die Situation anders, und auch die TV-Bilder deuten eher darauf hin, dass der Gegenspieler minimal eher am Ball war.

Die Erfurter konnten ihr Glück kaum fassen. RWE-Coach Fabian Gerber (46) zeigte sich bewusst, dass man „nach einer 2:1- und 3:1-Führung eigentlich schon rausgegangen wäre, vor allem hier auswärts mit dem Publikum“, das im Bruno-Plache-Stadion 6060 Zuschauer zählte.

Gerber sagte im MDR: „Es war ein wahres Spektakel, es ging ständig hin und her, die Fans bekamen viel geboten – und wir zum Schluss auch, Gott sei Dank.“

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