Nach 314 Tagen wieder im Dynamo-Tor: Lennart Grill spricht über sein Comeback
Osnabrück – Kurz vor Spielbeginn an der Bremer Brücke sorgte eine unerwartete Nachricht für Aufsehen! Thomas Stamm (43) war Anfang Herbst – ein Dankeschön an den Kollegen für das Wortspiel – in bester Grill-Stimmung. Lennart Grill (27) ersetzte beim 1:1 (1:0) gegen den VfL Osnabrück überraschend Tim Schreiber (24) im Tor von Dynamo Dresden. Dabei blieb ihm ein Fehlgriff erspart, auch wenn Schwarz-Gelb dennoch punkten konnte.
Seit 314 Tagen hatte der 27-Jährige nicht mehr in einem Pflichtspiel für Dynamos erste Mannschaft zwischen den Pfosten gestanden. Am 30. November 2025 zog sich Grill beim Duell mit Fortuna Düsseldorf eine schwere Knieverletzung zu. Es folgte eine lange Rehabilitationsphase, Spekulationen um einen möglichen Wechsel sowie Einsätze in der Oberliga für die „U21“ gegen Einheit Rudolstadt (5:1) und FCE Wernigerode (1:1).
„Damit habe ich ehrlich gesagt nicht wirklich gerechnet, ich war ja bisher nicht so richtig im Kader. Es ist einfach ein großartiges Gefühl. Es zeigt, dass sich die ganze harte Arbeit gelohnt hat und dass es wert war, jeden einzelnen Tag in der Reha bis zu zehn Stunden alles zu geben“, erklärt der Torhüter.
Zum ersten Mal in dieser Saison wurde Grill überhaupt in den Zweitliga-Spielerkader aufgenommen, weshalb er mit seinem Einsatz in Osnabrück nicht unbedingt rechnete. „Umso schöner ist es, das Vertrauen in den eigenen Körper, besonders in mein Knie, sowie das Vertrauen des Trainers zu spüren.“
Bereits bei seiner ersten Aktion (3.) zeigte Grill volle Aufmerksamkeit und entschärfte einen Steilpass souverän. Bis zur Halbzeitpause gab es kaum weitere Prüfungen für ihn. Den Kopfball von Bernd Riesselmann (36.) lenkte er problemlos in die Mitte, auch einen weiteren Abschluss des Osnabrücker Angreifers (42.) konnte er sicher parieren.
Seine erste wirkliche Bewährungsprobe erlebte Grill erst spät, als Ismail Badje in der 85. Minute einen flachen Schuss aus der Distanz abfeuerte. Zwei Minuten später musste er jedoch den Ausgleichstreffer von Robin Fabinski (87.) hinnehmen.
„Für einen Ausrutscher ist er immer gut“, kommentierte ein Osnabrücker Journalist vor dem Spiel, der Grill noch aus der Saison 2023/24 kennt. Damals war Grill von Union Berlin ausgeliehen und absolvierte in der Hinrunde 15 Spiele in der Zweiten Liga, wobei er 37 Gegentore kassierte. „Das macht es umso spezieller, wieder zu spielen“, so Grill.
Den angesprochenen Fehler leistete sich Grill auch, allerdings ohne schlimme Folgen. Statt Ruhe zu bewahren (56.) versuchte er das Spiel schnell zu machen und spielte einem Osnabrücker den Ball in die Füße. Doch der darauffolgende Lupfer bereitete dem SGD-Keeper keine Probleme.
„Nach so einer Verletzung ist es ganz normal, dass man etwas Zeit braucht – selbst wenn man wieder voll mittrainiert – um wieder das gewohnte Niveau zu erreichen. Das merkt man deutlich, der Spielrhythmus ist noch nicht ganz da. Aber ich denke, für den Moment war es akzeptabel“, meint er.
Große Euphorie wollte sich der Rückkehrer allerdings nicht gönnen: „Es ist ärgerlich, wenn man so lange in Führung liegt und dann so ein blöder Treffer fällt. Am Ende nehmen wir aber trotzdem den Punkt mit.“
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Tabelle 2. Bundesliga
Die Bedeutung der Tabelle in der 2. Bundesliga ist folgende: Derjenige, der am Saisonende auf dem ersten Rang steht, wird Meister der Zweiten Liga und steigt in die 1. Bundesliga auf. Dies gilt auch für den Zweitplatzierten. Der Drittplatzierte spielt gegen den Drittletzten der Bundesliga um den Auf- oder Verbleib in der höchsten deutschen Fußballklasse.