Mitten im Doping-Skandal: Neuer Rückschlag für deutschen EM-Star
Hamburg – Die emotionale Achterbahnfahrt von Owen Ansah (25) scheint kein Ende zu nehmen. Bei der Leichtathletik-Europameisterschaft in Birmingham sicherte sich der deutsche Rekord-Sprinter sowohl Gold als auch Bronze. Ob er die gewonnenen Medaillen jedoch behalten darf, ist weiterhin ungewiss. Nun kommt zu allem Unglück ein vorzeitiges Saison-Aus hinzu.
Diese Nachricht verkündete der HSV-Athlet am Donnerstag persönlich über Instagram.
„Nach dem Training gestern habe ich mir eine kleine Verletzung zugezogen“, erklärte der 25-Jährige. Nach einer MRT-Untersuchung und in Absprache mit den betreuenden Ärzten sei die Entscheidung gefallen, die laufende Saison nicht weiter fortzusetzen.
Dadurch fällt auch der gebürtige Hamburger beim traditionsreichen Internationalen Stadionfest in Berlin am 30. August aus: „Ich hatte mich sehr auf den Wettkampf gefreut, doch mein Körper signalisiert mir jetzt, dass es Zeit ist, ihm die nötige Erholung zu gönnen.“
Die Enttäuschung darüber sei „natürlich groß“, ergänzte Ansah. Dennoch wünschte er den Konkurrenten einen erfolgreichen Wettkampf.
Die erzwungene Pause nimmt der EM-Held jedoch gelassen: „Die Spikes wandern jetzt erst einmal zur Seite und stattdessen werden die Flip-Flops herausgeholt“, kommentierte er den Rückschlag mit Humor.
Ob er die Auszeit wirklich zum Abschalten nutzen kann, bleibt allerdings fraglich, denn derzeit lastet ein schwerer Schatten über seiner Laufbahn: eine drohende Dopingsperre von vier Jahren.
Am 9. Juli soll Ansah kurz vor seiner Abreise zum Diamond-League-Meeting in Monaco eine Dopingkontrolle verweigert haben. Daraufhin leitete die Nationale Anti-Doping Agentur (NADA) ein Verfahren gegen ihn ein.
Die Vorwürfe wies der Sprinter selbst zurück und lehnte eine angebotene Reduzierung der Sperre auf drei Jahre im Austausch für sofortige Schuldeingeständnis über seinen Anwalt bereits ab.
Trotz der Anschuldigungen ließ sich der deutsche Rekordhalter über 100 Meter bei der EM nicht beirren und sicherte sich zunächst Bronze, bevor er über 200 Meter die Goldmedaille holte.
Das endgültige Ergebnis des Verfahrens wird letztlich darüber entscheiden, ob er seine Medaillen behalten darf.