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Emotionales Interview nach Sturz-Drama! Teamkollegin kritisiert deutsche Europameisterin scharf

Birmingham (England) – Dieses Interview sorgte für viel Aufsehen! Beim EM-Finale über 3000 Meter Hindernis setzte DLV-Läuferin Lea Meyer (28) von Beginn an das Tempo und führte das Rennen an. Doch kurz vor dem Ziel stürzte sie am letzten Wassergraben und belegte letztlich den undankbaren vierten Platz. Direkt im Anschluss ließ sie ihrem Ärger und ihrer Enttäuschung lautstark freien Lauf – dabei richtete sie scharfe Worte gegen ihre Teamkollegin und Europameisterin Gesa Krause (34).

„Wie soll es mir denn gehen? Natürlich beschissen“, erklärte die stark bewegte Meyer im ZDF, nachdem sie ohne Glückwünsche an Krause oder die dritte deutsche Medaillengewinnerin, Bronze-Gewinnerin Olivia Gürth (24), den Innenraum des Stadions verlassen hatte.

„Ich behaupte dennoch, dass ich zusammen mit Elise [Thorner, Fünftplatzierte aus Großbritannien, Anm. d. Red.] die beste Hindernisläuferin Europas bin, definitiv zu 100 Prozent. Ich hätte eine Medaille verdient gehabt“, betonte die vierfache deutsche Meisterin und zeigte sich zugleich selbstkritisch: „Trotzdem darf so ein Fehler einfach nicht passieren, das war dumm.“

Dann wurde es persönlich: „Man weiß ja, Gesa will keinen Meter richtig mitgehen. Sie läuft das Rennen aus und zieht dann am Ende an. Finot [Silber-Gewinnerin Alice Finot aus Frankreich, Anm. d. Red.] ist ähnlich. Sie ist nicht in Topform. Ich habe darauf gewartet, dachte in dem Moment, jetzt wachsam sein, [...] und ehe man sich versieht, liegt man auf dem Boden.“

„Ich bin der Meinung, heute haben die stärksten Athletinnen gewonnen. Trotzdem werde ich spätestens in LA als deutsche Rekordhalterin an den Start gehen und zu den Besten Europas gehören. Ich bin schon unzählige Male gestürzt. Eine Medaille wäre zwar schön gewesen, aber die beiden vorne sind älter als ich und haben es sich auch verdient“, fügte die 28-Jährige abschließend hinzu.

Diese Aussagen hatten es in sich. War es ein emotionaler Ausrutscher im Moment der größten Frustration? Wohl kaum! Denn später bestätigte Meyer ihre Worte in der ARD nochmals deutlich: „Ich habe es vorhin gesagt, ich wiederhole es jetzt: Ich stehe dazu“, verdeutlichte die 28-Jährige.

In der Nacht zum Freitag relativierte Meyer ihre Aussagen jedoch etwas und bezeichnete ihre Wortwahl auf Instagram als „sehr unprofessionell und unsportlich“.

Eigentlich wollte sie sich selbst an ihre langfristigen Ziele erinnern und den Fokus wieder nach vorne richten.

„Gesa ist völlig zu Recht Europameisterin geworden! Sie hat die beste Taktik gewählt und ihre Stärken optimal genutzt. Auch Alice und Olivia haben sich gestern ihre Medaillen verdient“, hob Meyer mehrfach hervor. Krause sei für sie und viele andere eine Inspirationsquelle, sie schätze jede Leistung der Konkurrenz und gönne ihnen den Erfolg.

Die Silbermedaillengewinnerin der EM 2022 betonte, dass der Fehler bei ihr selbst lag. Dass ihre Taktik nicht aufging, habe sie in allen Interviews offengelegt: „Abschließend möchte ich sagen, dass Zeitpunkt, Rahmen und vor allem meine Wortwahl gestern unangemessen, unprofessionell und unsportlich waren.“

Für die Zukunft habe sie gelernt, dass sie als sehr emotionaler Mensch die Interviewzone nach solchen Rennen zukünftig meiden werde.